Feeds:
Beiträge
Kommentare

Eigentlich hatte ich die gestern schon alle ausgewählt, bloß hat das Hochladen nicht geklappt. Also jetzt nochmal diese Angelegenheit – Anschauen lohnt sich.

Von Taihape die „Gentle Annie Road“ nach Napier, von dort nach Wairoa, die Inlandstrecke nach Gisborne und durch die Waioeka Gorge nach Whakatane – gut 600km mit vielfältigsten Landschaften…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Sonnenuntergänge hier in Helensville sind nett, aber nicht sonderlich spektakulär. Der heutige stellte aber alles in den Schatten. Schuld ist wohl die chilenische Vulkanasche, die seit Tagen über Neuseeland schwebt und Flüge verhindert. Meiner wird aber nicht betroffen sein, vor allem die Flüge von Neuseeland einzig nach Australien bzw. anders herum werden öfters mal abgesagt.

Dank der Vulkanasche könnte ich auch sagen, denn, seht selbst, ein wahrlich schöner Sonnenuntergang heute!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Um nicht nur Fotos auszustellen, noch eine kleine Anekdote von heute:

ich war natürlich mal wieder mit Kevin in der Kirche und dort war Abendmahl angesagt. Ich wartete, bis alle anderen durch waren und ging dann mit Kevin nach vorne, wo ich ihm ein wenig vom Brot abbrechen wollte. Er hat mich mit seiner gewaltigen Kraft aber gleich weggezogen und hat sich selbst bedient. Nicht etwa so ein kleiner Krümel wie ich hatte, sondern das halbe Brot, was er gleich draufhin dreist verspeiste, ohne erst das „Blut Christi“ in Form von Traubensaft zu trinken oder auf die Gemeinde zu warten. Das sorgte natürlich für etwas Schmunzeln! Sollte ich eigentlich auch mal machen, wo ich doch nicht mehr im christlichen Sinne gläubig bin. Drum bete ich auch kategorisch nicht mit und singe nur die Zeilen, die ich mit mir vereinbaren kann.Das ändert aber nichts dran, dass ich die Gemeinschaft dort in der Kirche wie auch die Lieder sehr bereichernd finde und dort gerne hingehe. Das musste bloss mal gesagt werden!

Was Kevin betrifft: es wird echt hart für mich, mich von ihm zu trennen, wo er doch ständig ankommt und umarmt werden will. Ich hab ihn versucht zu erklären, dass ich bald weg bin, aber er versteht das nicht, denke ich. Ich, so wurde ich schon mehrmals gelobt, habe wesentlich dazu beigetragen, dass Kevin deutlich aktiver sei und glücklicher wirke.

Bevor ich Neuseeland verlass, hat Kevin jedoch auch noch Geburtstag. Ganze 50 Jahre wird er alt – am nächsten Sonntag. Dann gibt es eine ordentliche Feier und von mir natürlich auch ein Geschenl, eine „kokoko“, die er so gerne geniesst, aber selten bekommt. Gemeint ist ein koffeinhaltiges, schwarzes Erfrischungsgetränk, das ich persönlich nicht ausstehen kann. Ich stehe ja eher auf das braune Zeugs namens Lemon & Paeroa, von dem ich mich ebenfalls kaum noch trennen kann. Ich hoffe, ich verdurste nicht in Deutschland, weil ich nichts anderes mehr trinken kann.

Nun genug der Worte, ich lasse ein paar Bilder zu Euch sprechen, vielfältigste Landschaften, ob  Tauposee, die Vulkane, grünes Hügelland,  Schluchten, Flüsse was auch immer.All das durfte ich an einem Tag in mich aufsaugen :)!!!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von Wairoa führen drei Wege Richtung Norden. Einerseits die Reise durch den Te Urewera Nationalpark, vorbei am Lake Waikaremoana, die ich bereits am 1. Weihnachtstag zusammen mit Jonas auf unseren Weg nach Rotorua gemacht habe.

Andererseits gibt es noch den SH2, der entlang der Küste von Wairoa nach Gisborne führt, entlang der Mahia Peninsula. Wer ein gutes Gedächtnis hat, weiß, dass ich auch diese Strecke schon absolviert habe.

Doch es gibt noch eine dritte, wenig befahrene Strecke, die sich durchs Inland nach Gisborne schlängelt. Die fuhr ich dann auch und konnte mich, wie sollte es anders sein, an grünen Hügeln mit vielen Schafen ergötzen. Knapp 140km sind es von Wairoa nach Gisborne über diese Strecke, es gibt nur winzige Siedlungen wie z.B Tiniroto, wo ich einen kleinen Stopp machte. Da gibt es eigentlich ein „Arboretum“, also eine Pflanzung verschiedener Bäume, die ich mir anschauen wollte, bot doch der Herbst eigentlich ein schönes Blätterspiel. Diese Attraktion fand ich aber irgendwie nicht, obwohl ich dem Schild folgte und 15km einen einsamen Schotterweg weiter inland folgte. Dort kam ich mir dann wieder mal richtig abgelegen vor. Aber die Landschaft hat durchaus seinen Reiz – auch wenn die üblichen grünen Hügeln dominieren.

Eigentlich hat die Strecke sonst nichts besonders zu bieten – ich wollte nur etwas Abwechslung haben. Statt über die eher flache Ebene entlang der Küste ging es hier ständig irgendwelche Hügel hinauf, von einem relativ nahe an Gisborne hatte man dann sogar noch eine nette Aussicht bis zum Meer. Es gab extra einen Aussichtspunkt, der aber abgesperrt war mit einer Schranke. Ich überwand sie und oben angekommen merkte ich den Grund der Absperrung. Bäume versperrten die Sicht vollständig – man konnte also nicht viel sehen – geschweige denn fotografieren. Also ging es weiter, meist bergab, bis man wieder ungefähr auf Meereshöhe angekommen war, vorbei an den Weinbergen und Obsthainen rund um „Gizzy“, welches ich aber links rechts liegen ließ, denn ich wollte trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit (ca. 4 Uhr) mein letztes Ziel noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen.

Auf Irrwegen steuerte ich über kleine Straßen, die eigentlich als Abkürzung gedacht waren, sich jedoch nicht so anfühlten; kam jedoch trotzdem bald wieder auf dem SH2 an, der von Gisborne nach Opotiki führt. Die Reise zwischen den beiden Städten hatte ich ja auch bereits gemacht – allerdings auf den langen, beschwerliche, aber lohnenswerten Weg um das East Cape herum. Die SH2 ist die schnelle Route, nur etwas mehr als 2 Stunden und kann auch mit einer Besonderheit aufwarten. Direkt hinter Opotiki beginnt nämlich eine satte 50km lange Schlucht, die Waioeka Gorge, durch die die Straße führt. Nun muss man das ganze vielleicht nicht unbedingt als Schlucht definieren, doch es fühlt sich so an. Neben der Straße plätschert der Fluss Motu, direkt daneben auf beiden Seiten ragen hohe, steile Felswände und meist dicht bewaldete Hügel empor, anfangs nur um die 400m, letztlich aber sogar bis 1000m. Nur an wenigen Stellen ist es etwas breiter – dort wurden früher dann Siedlungen gegründet. Man war – man kann es sich fast denken – dort nämlich auf der Suche nach Gold. Von den Siedlungen sind meist nur noch ein paar Relikte übrig, die aber touristisch aufbereitet die Besucher anlocken. Fast durch die gesamte 50km lange Schlucht zieht sich neben der Straße ein breiter Standstreifen, sodass man auch problemlos Fotos machen kann. Von der Möglichkeit habe ich auch ausführlich Gebrauch gemacht, bis es langsam aber sicher dämmerte. Bis ich von Gisborne dort angekommen war, war nämlich eine weitere Stunder durch übliches Terrain vergangen. Und es war, wenn ich mich nicht täusche, kürzester Tag des Jahres an diesem Tag.

Viel mehr kann ich zur Waioeka Gorge auch nicht beitragen, aber es war zumindest ganz nett, auch wenn ich die letzten 20km aufgrund von Dunkelheit kaum noch was sehen konnte. Ein paar Kilometer aus der Schlucht heraus liegt auch schon das Städtchen Opotiki, wo ich ja Mitte Januar nach dem Sydney-Trip meine Nordinsel-Rundreise sozusagen begonnen hatte.

In derselben Herberge wie damals, geleitet von einer deutschen Familie, kehrte ich ein und genoss mein Abendessen aus Kumara und verbrannten Schnitzel, während die anderen Gäste einen frisch geangelten Schnapper ausnahmen und aufaßen. Nichts für mich!

Ich wartete dann noch auf einen heißersehnten Anuf, während ich eines meiner Bücher aus der Bibliothek las – „The Winner“ von David Baldacci. Absolut brilliant geschrieben und noch besser als die beiden anderen Bücher, die ich bereits gelesen hatte. Er hat aber noch einen Haufen anderer Bücher, mal schauen ob ich in Deutschland da dran komme.

Bei dem heißersehnten Anruf handelte es sich um die Zu-/ bzw. Absage für meinen White Island Trip. White Island ist Neuseelands aktivster Vulkan, auf einer Insel 40km von der Küste entfernt. Nicht nur der Vulkan selbst wäre hochinteressant, sondern man sieht auch während der Fahrt dorthin mit ziemlich sicherer Wahrscheinlichkeit Massen an Delfinen un sogar Wale und Co.

Aufgrund der Wettervorhersage am anderen Tag hagelte es leider eine Absage. Am Sonntag sollte es auch nicht klappen, nur um es schonmal zu erwähnen. Damit hatte ich es an 4 Tagen versucht (während meinem Reisemonat nämlich bereits auch) und bin immer gescheitert. Aber was nichts geworden ist, kann ja noch werden.So habe ich auf der weitgehend erkundeten Nordinsel ja noch ein Ziel, für das sich das Zurückkommen lohnt!

Das war es für den zweiten Tag – morgen werde ich viele Bilder aus den ersten zwei Tagen online stellen. Die gab es ja schon lange nicht mehr…

 

Dann machen wir mal weiter:

kurz zum gstrigen Tag: wenn man kein Auto mehr hat, leiht man sich eben eins! Das tat ich auch, um zu einen der Mt-Tabor-Häusern in der Stadt zu fahren, wo ich bisher auch noch nie gewesen bin. Dort arbeitet der mexikanische Freiwillige Pablo und dort sollte ich mich mit Kate treffen, die ICYE-Koordinatorin hier in Neuseeland. Reichlich spät zwar (hätte man besser vor 2 Monaten machen sollen), aber besser als nichts. Auch sie war reichlich spät, ganze 2 Stunden musste ich auf sie warten, für einen kleinen halbstündigen Austausch. Aber war ganz nett. So erfuhr ich auch immerhin, dass wir bei unserem Abschluss-Seminar wohl Paintball spielen werden. Verspricht also vielleicht doch noch etwas Spannung!

Danach war ich noch bei Westgate ein bisschen Einkaufen und habe mein Bank-Konto bei Westpac gekündigt – das verlief schnell und unkompliziert. Auf der Rückfahrt nach Helensville (ich „durfte“ den Wagen so bis 18 Uhr benutzen) nahm ich am späten Nachmittag dann auch noch die Möglichkeit wahr, ein letztes Mal Muriwai Beach anzusteuern, wo ich im Auto meine scharfe Hell-Pizza (ebenfalls ein letztes Mal) verzehrend, die Tasmanische See und ihr Übergang auf Neuseeland beobachtete. Ging dann auch nochmal ein bisschen rum, schaute mir die Gannet-Kolonie (Tölpel) an und genoss dieses sehr schöne Stück Neuseeland – einer meiner Lieblingsorte hier. Ich nahm mir Zeit und blieb dort, bis ich die Sonne im Meer versinken sah. Nochmals ein schöner Abschluss, der mich ganz sentimental werden lässt.

Heute habe ich bis 4 Uhr geschlafen, ordentlich mit Tobi geskypt und ansonsten die Vorzüge eines endlich wieder vernünftig funktionierenden Internets genossen…

Um auf den Trip zurückzukommen: an jenem Freitag Morgen stand ich nach guten 11 Stunden Schlaf trotzdem bereits gegen 7 Uhr auf und war ganz überrascht, dass die Landschaft fast weiß  war. Kein Schnee zwar, aber doch ordentlich Frost, der auch vor meinem Auto nicht haltmachte. So verzögerte sich meine Abfahrt, weil ich erstmal Scheiben freikratzen musste. Da ich zu schlau bin, um zu kratzen, nahm ich mir einfach einen Kochtopf, füllte ihn mit lauwarmen Wasser und schüttete es über die frostigen Scheiben. Schon war der Frost weg und die Scheiben frei. Das Auto lief unterdessen warm und überraschte mich dann auch mit einer angenehmen Betriebstemperatur, als ich mich auf den Weg machte, der jedoch nicht nach Süden oder Norden führte.

Ich fuhr nämlich von Taihape aus nach Osten – das geht tatsächlich und war sogar der Grund überhaupt bis nach Taihape zu fahren. Von Taihape windet sich nämlich eine Straße über die Berge der Kaweka Ranges 150km östlich in die Hawkes Bay Region nach Hastings bzw. Napier. Die war früher der einzige Verbindungsweg nach Taihape, als es den  SH1 noch nicht gab. Damals kann man sich das dann tatsächlich gut als isolierteste Stadt Neuseelands vorstellen.

Damals war die Straße zu großen Teilen auch noch Schotter, eine Begebenheit die sich gewandelt hat. Mittlerweile ist alles asphaltiert, was eigentlich schade ist, nimmt es der Strecke doch einen gewissen Charme. Gegen die extremen Steigungen half das jedoch auch nicht – die behält die Strecke immernoch und wird grade deshalb auch von nicht allzu viel Verkehr befahren. Wohnmobile z.B sollten dort besser nicht fahren, zu steile und zu viele Aufstiege bzw. enge Abfahrten. Das machte für mich natürlich den Reiz aus, weshalb ich diese als „Gentle Annie“ bekannte Strecke machen wollte, nicht zuletzt natürlich wegen der Landschaft.

Von Taihape aus ging es, wie gesagt, östlich ins bekannte Hügelland hinein, was durch den Frost noch grün-weiß einen netten Anblick bot. Die aufgehende Sonne tauchte den Himmel dazu in ein angenehmes Licht. Überhaupt war der Himmel an diesen Tag sehr interessant. Wegen solch einem Himmel verdankt Neuseeland seinen Namen Aotearoa – was ja bekanntlich „Land der langen weißen Wolke“ bedeutet. Solch  Wolkenphänomen ist mir in Deutschland nie aufgefallen, konkret beschrieben sind es extrem feine, dünne Wolken die den Himmel komplett bedecken, ab und an kann man trotzdem einen bläulichen Schimmer noch bestens entdecken. Die Sonne scheint hindurch, wird jedoch größtenteils verdeckt, Regen gab es keinen einzigen. Von den Bedingungen her also eigentlich perfekt.

Bald stieg die Straße schon steil an und windete sich die Hügel hinauf, nur ab und an kann man ein paar Farmen vorbei, ansonsten weites, grünes Hügelland mit vielen Schafen. Nach Erklimmen einiger Höhenmeter hatte man dann bald das Vergnügen, den weißen Mt Ruapehu in der Ferne aufragen zu sehen, teilweise natürlichg nur über den grünen Hügeln. Etwas später auf der Strecke konnte man sogar noch die Spitze des Mt Ngaurahoes sehen, der mir ja noch gut in Erinnerung ist. Überhaupt ist die Landschaft traumhaft und bietet meiner Meinung nach eine der letzten verbliebenen Stücke abgelegener Natur zumindest auf der Nordinsel. Irgendwann hörte die vom grünen Grasland und einigen Hügeln dominierte Hochebene aber auf und machte steilen Berghängen und Wald Platz – ich war im Kaweka Forest Park angekommen. Hier boten sich dann andere nette Aussichten – von den Vulkanen war nichts mehr zu sehen. Tiefe Schluchten, malerische Flüsse und grüner Wald an steilen Hängen prägten die Landschaft, durch die sich irgendwie die Straße schlängelte. Es ging bald ziemlich hinab, man war in Kuripango angekommen. Das war früher ein kleiner Ort, der sogar eine Taverne hatte – heute exisitieren jedoch nur noch Ruinen und die einzigen Bewohner leben auf ein paar großen Farmen in der Umgebung. Dort gibt es jedoch auch ein paar vom DOC ausgewiesene kostenlose Campingplätze, absolut einfach versteht sich. Aber zum Campen war es ja noch etwas früh.

Um doch noch in den Genuss von Schotterpisten zu kommen, bog ich in eine ab, die zu zwei Seen führen sollte. Nach 6km Fahrt stellte sich jedoch heraus, dass man noch eine Stunde zu den Seen wandern musste – das passte nicht in meine Zeitplanung. Ein Informationsplakat zeigte mir aber trotzdem die Seen, die eigentlich ganz nett aussahen.

Ich fuhr jedenfalls zurück und weiter auf der Strecke Richtung Napier und sah sogar einige Bauarbeiter an der Straße. Die findet man hier ja überall, egal wie unbenutzt die Straße ist. Mir kamen in einer Stunde vielleichr 2-3 Wagen entgegen, hinter mir war nie einer.

Weiter Richtung Napier, die braunen Berge der Kaweka Ranges, die im Winter oft Schnee auf ihren Gipfeln haben aber noch nicht hatten, hinter mir, wurde die Landschaft wieder von grünen Hügelland dominiert, das sich bis zum Pazifik erstreckte. Nach kurzer Zeit hatte ich einen überragenden Ausblick über fast die gesamte Hawkes Bay-Region bis zum Cape Kidnappers und dem Meer in bestimmt noch 40km Entfernung Luftlinie. Lassen wir da lieber die Bilder sprechen. Im weiteren Verlauf der Straße machte ich dann noch an einem anderen Aussichtspunkt halt und näherte mich ansonsten bald schon wieder bewohnteren Gefilden wn. Der Vekehr wurde immer dichter und bald hatte ich schon Napier erreicht. Mein Reiseplan sah eigentlich vor, an der Stadt vorbeizufahren, doch ich hatte Lust nochmal Napier zu sehen und den Schauplatz des Tatorts ein halbes Jahr zuvor aufzusuchen. So fuhr ich nochmals durch die Innenstadt Napiers, sah mir die schönen Art-Deco-Gebäude an und parkte an der Straße Marine Parade, an der sich ja auch der Auto-Aufbruch ereignet hatte. Zum Glück natürlich nicht noch einmal, ich ging nur kurz zum Strand und sah über den Pazifik und fuhr dann bald schon wieder aus Napier heraus, tankte noch und nahm dann die nächste Etappe ins Visier. Das nächste Ziel war Wairoa, eine kleine Stadt am gleichnamigen Fluss, touristisch nicht sonderlich interessant, aber meist Ausgangspunkt für Touren zum Lake Waikaremoana. Dort war ich bereits 2-mal gewesen, allerdings nur durchgefahren. Die Strecke zwischen Napier und Wairoa kannte ich dementsprechend auch schon, bei erneutem Fahren diesmal zeigten sich jedoch trotzdem mir noch ein paar Neuigkeiten. Vermutlich war ich beim erstmaligen Fahren der Strecke mit dem Gedanken woanders (Tag nach dem Auto-Aufbruch), beim zweiten Mal kam ich aus der anderen Richtung, was einem ja meist eine ganz andere Perspektive eröffnet.

Viel zu sehen ist entlang der Strecke trotzdem nicht, das übliche grüne Hügelland, ein paar Wälder, kleine Siedlungen, ein paar Seen und ab und an immerhin ein Ausblick aufs Meer.

Von Napier nach Wairoa sind es etwa 130km, also eine ganz schöne Strecke, dazwischen ist fast nichts an Orten. In Wairoa angekommen fuhr ich zum ersten Mal nicht durch die Stadt hindurch, sondern ins winzige Stadtzentrum längs des Flusses ein und folgte diesem zur Mündung ins Meer. Dort ein paar Fotos gemacht und noch ein wenig weiter zu einem Strand gefahren, um den Pazifik mal von diesem Ort zu erleben. Eigentlich ist Wairoa für einen Leuchtturm bekannt, den habe ich trotz intensiven Suchen aber nicht entdeckt. Wie dem auch sei, ich machte mich bald wieder auf den Weg – ich hatte noch gut 350km vor mir, zu meinem Ziel Whakatane bzw. Opotiki. Aber das erzähle ich ein anderes Mal und garniere das dann wohl auch mit ein paar Bildern 😉

 

So, jetzt geht es mal weiter mit meinem Reisebericht. Wo waren wir stehen geblieben?

Ich glaube, wir waren bis zur Forellenzucht gekommen, machen von dort also mal weiter. Es ging wieder zurück nach Rangipo, das lediglich aus einer Hütte am Straßenrand samt Schranke besteht. Nicht etwa, weil es in ein fremdes Land geht, sondern auf die Desert Road. Die ist im Winter aufgrund massigen Schneefalls jedoch oft gesperrt und wird damit dann eben abgesperrt. Am Tag meiner Reise jedoch noch nicht – ein Blick auf die Vulkane genügte, um zu sehen, dass nicht allzu viel Schnee, jedenfalls nicht so tief, lag. Schnee fällt dort auch rein deshalb so oft, weil es die höchstgelegene Straße der Nordinsel ist, teilweise über 1000m über NN.

Von der angeblichen Wüste sah man auf der Desert Road jedoch erstmal nichts. In Rangipo ist noch grünstes Grasland, samt Wald, nach ein paar Kilometern wird der Wald sogar dichter, fast urwaldmässig. Dort beginnt auch die Tongariro Heritage Area – Weltnaturerbe und auch zuhause von ein paar Kiwi-Vögeln. Durch diesen Urwald windet sich die Straße ein paar Höhenmeter nach oben, um dann tatsächlich in immer wüstenartigere Landschaft zu führen. Die Bäume verschwanden und machten Sträuchern Platz, über denen man bereits die schneebedeckten Vulkane sehen konnte. Irgendwann wurden aus vielen Sträuchern wenige und gelbes Tussockgras dominierte. Etwa zu Beginn dieser Ebene von Tussockgras beginnt auch das Militär-Sperrgebiet. In dieser Gegend liegt nämlich das Trainingsgelände er neuseeländischen Armee. Auf der westlichen Seite erstreckt sich die flach, selbst mit Tussockgras kaum bewachsene Hochebene bis zu den hoch aufragenden Vulkanen, nach Osten sieht man ein gelbes Grasmeer bis zu den braunen Bergen der Kaimanawa Ranges, ungefähr genauso weit entfernt wie die Vulkane (10km vlt.). Vor allem im Osten liegt die Sperrzone, es ist „verboten“ bzw. es wird alle 50m auf Schildern davor gewarnt, die Straße mehr als 20m zu beiden Seiten zu verlassen. Man könnte ja in einen Schusswechsel geraten…

Das tat ich auch nicht, allerdings machte ich viele Stopps um die Umgebung zu fotografieren, die bald wirklich wüstenartig war. Man kann es wohl nicht als wirkliche Wüste bezeichnen, dazu fällt viel zu viel Regen bzw. im Winter auch Schnee, die Bodenqualität ist jedoch so desaströs, dass selbst das Tussockgras an vielen Stellen nicht wächst. Da helfen selbst die paar Bächlein nicht, die bizarr anmutende Flusstäler auswaschen.

Trotzdem war es auf alle Fälle ein Erlebnis, diese (Halb)-Wüste auf dem SH1 zu durchqueren. 53km nach Rangipo, die wirklich trockene Gegen hatte bereits aufgehört und wieder Wald un Grasland Platz gemacht, liegt das Örtchen Waiouru, Sitz der neuseeländischen Armee. Hier gibt es demnach vor allem viele Kasernen, aber damit hat sich auch ein bisschen Infrastruktur und der Lage zu den Vulkanen wie auch günstig auf halbem Wege zwischen Wellington und Aucklan wegen ein paar Übernachtungsmöglichkeiten.

Bis auf eine Ausnahme jedoch ein Ort, den man einfach so durchqueren könnte. Jene Ausnahme wirkt so martialisch, dass man fast gezwungen wird anzuhalten. Mitten dort im Nirgendwo wurde nämlich ein dickes Museum gesetzt, das New Zealand Army Museum. Sieht wie ein dicker Bunker aus, davor stehen ein paar ausgemusterte Panzer, die in alle Richtungen zu feuern drohen.

Das Museum war mir bereits aufgefallen, als ich damals mit Jonas den Weg von Wellington nach Taupo bei Nacht zurücklegte. Unter Beleuchtung sah das ganze wirklich interessant aus, interessant um zurückzukommen. Das war nämlich auch der Grund, ich wollte die Desert Road fahren und etwas sehen, das hatte sich ja auch erfüllt.

Nun wollte ich mir natürlich auch das Museum anschauen, wo ich, wen wunderts, mein allerstes Mal in Neuseeland und überhaupt mit „Sir“ angeredet wurde, als ich mein Ticket erwarb. Dann ging es in die Ausstellung, die chronologisch nach den Kriegen geordnet war, die Neuseeland so ausgefochten hat. Von den anfänglichen Konflikten mit den Maori über den Burenkrieg in Südafrika, die zwei Weltkriege, Korea, Vietnam und Co. bis  zu Afghanistan. Ausgestellt wurden eben vor allem Waffen aller Art, Panzer und sonstige Fahrzeuge und alles mögliche an Ausrüstung, allerdings gab es auch immer sehr interessante Erklärungen zu allen Sachen. Der Gedenkraum darf natürlich nicht fehlen, überhaupt wird dort detailliert über fast jeden für Neuseeland im Krieg Gefallenen erinnert. Auch Nazi-Zeugs war in voller Pracht ausgestellt, Hakenkreuzfahne und Co. kriegt man in Deutschland ja eher nicht zu sehen.

Überhaupt gibt es in Deutschlan wohl kaum solch ein Museum (korrigiert mich, wenn ich falsch liege), jedenfalls nicht in jener eher kriegsverherrlichenden Darstellung. War trotzdem ganz interessant und wissenswert!

Nach Verlassen des Museums war es bereits etwa 15.30 Uhr, ich war meiner eigentlichen Zeitplanung etwa zwei Stunden hinterher. Da es ja bereits kurz nach 17 Uhr stockdunkel wird, machte ich mich auf den Weg zu meinem Zielort Taihape. Die Landschaft in den verbliebenen 25km dorthin verwandelte sich in grünes Hügelland, allerdings von ganz anderer Art als z.B das hier um Helensville. Hier und im ganzen Norden allgemein gibt es langes  grünes Gras auf sanft geschwungenen Hügeln, dort ist das Gras etwas dunkelgrüner, viel kürzer und auf viele, teils doch sehr steile Hügel konzentriert, auf denen Schafe weiden, Menschern aber schwer klettern können. Außerdem ging die Straße kontinuerlich bergarb, von den knapp 1000m bei Waiouru  zum etwa 600m über NN gelegenen Taihape, das ich jedoch erst einmal nur durchfuhr. Dabei fiel mir auf, dass der Ort doch garicht so klein war wie angenommen, sondern schon als Städtchen mit allem Drum und Dran bezeichnet werden kann. Bevor ich jedoch meine ausgesuchte Unterkunft aussuchte, ging es noch weiter nach Süden, ich hatte nämlich noch ein Ziel an jenem Tag.

Ein paar Kilometer nach Taihape bog ich nach Osten ab, überquerte die Schienen kurz vor einer herannahenden Bahn (die war noch min. 500m weg, aber vlt. hätte ich besser gewartet, die hat näämlich gehupt :D) und folge der immerhin asphaltierten Straße ostwärts ins Hügelland. Die Straße endet letztlich irgendwo im Nirgendwo, in meinem Fall führte sie mich bis zum Mokai Gravitiy Canyon. Das ist eine attraktive, tiefe Schlucht, bekannt dafür, dass man dort Bungeejumping und Co. machen kann. Das lag jedoch nicht in meiner Absicht, auch wenn ich zugeben muss, damit liebäugelt zu haben (ost bloß alles etwas teuer). Statt Bungee hätte ich auch eher die Schaukel genommen, wo man immerhin nicht über Kopf 80m in die Tiefe fällt.

Jedenfalls war es eh schon zu spät, eines der Dinge auszuprobieren, die Dämmerung begann bereits, aber immerhin hatte ich noch einen guten Blick in den Canyon. Eine einspurige Brücke führt über die Schlucht, 80m tiefer fliesst der Rangitikei River, ein größerer Fluss der Nordinsel. Erst machte ich ein paar Bilder von der Seite, später überquerte ich auch die Brücke und machte von dort noch ein paar sehenswertere Bilder.

Der Mokau Gravitiy Canyon ist aber nicht nur irgendeine Schlucht, sondern war auch ein Drehort der „Herr-der-Ringe“-Filme. Ein paar Szenen der Kanufahrt der Gefährten auf dem Anduin wurden hier gedreht und tatsächlich kann man das auch ziemlich gut wiedererkennen. Die Schlucht ist schon recht langgestreckt, die Straße auf dem Weg zum Bungee-Jumping und Co. führt fast3km quasi am Rand der Schlucht entlang, dert Blick hinein allerdings durch dichtes Gestrüpp versperrt.

Neben dem Bungeejumping unf Skyswing (Schaukel) gab es auch noch einen Flying Fox, der mich bei der Vorabinformation darüber am meisten reizte. Als ich den jedoch real sah, zweifel ich daran, ob ich das tatsächlich gemacht hätte. Auf der anderen Seite der Schluct führten viele Treppenstufen zu einer Plattform, sicher 100m höher von der man am Seil hinunterschiesst mit Blick auf die reißenden Fluten tief in der Schlucht unter einem. Da ich so spät war, konnte ich leider nichts davon in Aktion erleben, verabschiedete mich also bald um nach Taihape zurückzufahren.

Dort suchte ich dann das etwas versteckt liegende, einzige Hostel, das ich letztlich auch fand. Eigentlich kann man von Taihape aus, die Vulkane nicht wirklich sehen, da die hohen Hügel rundum ie Sicht verdecken. Von meiner Herberge am Hang eines Hügels jedoch hatte man einen tollen Blick auf den Mt Ruapehu, dessen obere komplett schneebedeckte Fläche über den grünen Hügel thronte. Die untergehende Sonne färbte das ganze in einem wunderschönen Licht!

In meiner Herberge war ich der einzige Gast, der Besitzer war ein verschrobener alter, aber netter Mann, der grade an einer Uhr für seine Mutter bastelte. Leider hatte der auch einen Hund – eine Bulldogge, dazu mit Sockenfetisch. Er meinte zwar, die beiße nicht, aber ich wär mir da nicht so sicher. Die vorherigen Besitzer hätten ihr als Welpe antrainiert, total auf Socken loszugehen. Wann immer also ein Socken offenlag schnupperte dieses Viech daran um und biss sogar hinein. So biß die Bestie auch in meinen und traf natürlich nicht nur meinen Socken. Nicht sonderlich schlimm zwar, aber ich beschwerte mich und das Monster wurde nach draußen verfrachtet.

Mein Abendessen hatte ich dann im Städtchen Taihape, zugegeben im örtlichen McDonalds. Das soll als Beweis dienen, dass Taihape garnicht so klein ist. Das Taihape trotzdem klein ist zeigte aber die Tatsache, dass ich knapp 40min. auf meine Bestellung bzw. die Auslieferung warten musste, obwohl es echt total leer war. Vor mir warteten einige bereits noch länger und gaben irgenwann entnervt auf, nachdem sie ihrer Empörung lautstark Luft verschafft haben. Ich genoss letztlich jedenfalls meine Burger, nutze die Angenehmlichkeit des dortigen Internets und ging dann nach Rückkehr in mein Hostel sogleich ins Bett – 19,45 Uhr, ein neuer Frühigkeits-Rekord. Aber wie Ihr euch vorstellen könnt, ihr habt jetzt ja auch bereits massig gelesen, war dieser Tag ziemlich vollgepackt. Vermutlich wohl der vollgepackteste seit ich in Neuseeland angekommen bin.

Am nächsten Morgen sollte mich eine Überraschung erwarten – doch das folgt an einem anderen Tag.

Auto ist weg :(

Ich komme einfach nicht dazu, über meinen letzten Ausflug weiterzuschreiben, werde das in den verbleibenden 3 Wochen aber sicher noch schaffen.

Ich mache es kurz und schmerzlos: mein Auto ist verkauft – bereits seit Donnerstag. Das ging alles so schnell, dass ich es immer noch nicht fassen kann.

Am Donnerstag mittag fuhr ich mit dem Auto nämlich erstmal zur Werkstatt, um einen WOF (Warrant of Fitness) machen zu lassen, wie Ihr sicher bereits wisst ein Tüv-ähnlicher Test, den man hier halbjährlich machen muss. Der ist auch garnicht so streng wie der deutsche Tüv, sondern ziemlich „basic“ um es auf Englisch zu sagen. Trotzdem fanden sich ordentlich viele Mängel am meinen  Honda . Z.B zwei sich nicht öffnende Türen, kaputter Blinker, nicht funktionierendes Brems- und Standlicht, irgendwas mit der Bremse falsch, kaputter Auspuff und noch mehr.

Die Wartepause für einen Friseur-Besuch nutzend (meine Haare wurden schon wieder verunstaltet) nahm ich danach jenen Report aber recht gefasst entgegen – hatte ich doch mit einem ähnlichen Ergebnis gerechnet. Ich erwähnte, das Auto verkaufen zu wollen, wohin mir gleich angeboten wurde, das Auto dort für lächerliche 100 Dollar zu entsorgen, würde ich es nicht loswerden. Doch dazu sollte es nicht kommen!

Mein alter WOF war ja auch bereits abgelaufen, ich durfte also eh nicht mehr legal fahren, auch wenn hier alle sinngemäß gesagt haben „Neuseeland ist nicht Europa“. Aber ich wollte das Auto in den noch verbleibenden 3 Wochen ja auch loswerden, weshalb ich es am Nachmittag auf TradeMe stellte, das ist das neuseeländische Ebay (Ebay gibts hier nicht ;)). Kostete 30 Dollar, die Ergebnisse konnten sich aber sehen lassen. Keine 10 Minuten später rief ein erster Typ an, der mir 300 für den Wagen bot – ich hatte ihn für 500$ auf Verhandlungsbasis eingestellt. Aber höher wollte er nicht gehen, weshalb ich auf weitere Anrufe/Emails wartete. Die trudelten auch ordentlich ein, ein junger Mann vereinbarte noch gleich ein Besichtigungstermin am Donnerstag Abend.

Und der nahm das auch Auto auch gleich mit, weitere Details verschweige ich mal. Heute jedenfalls hatten sich schon 400 Besucher das Angebot angesehen und ich hatte gut 20 Anfragen, die ich meistens aber ausschlagen musste, weil das Auto schon weg war. Vielleicht hätte ich mal besser gewartet, dann wären vielleicht noch ein paar Dollars mehr drin gewesen. Aber eigentlich bin ich ganz zufrieden, überhaupt noch ein wenig bekommen zu haben – Cash auf die Hand, im Gegenzug gabs den Schlüssel. Das Verkaufsformular habe ich heute ausgefüllt und weggeschickt (gibts beim Postamt, was ich jetzt aber, unmobil wie ich bin, nicht so einfach erreichen kann). Das Auto ist jetzt jedenfalls weg.

Knapp 30.000km in nur 9 Monaten hat es mich begleitet, auf Sand und Kies, Gras und Asphalt, durch Monsunregen und Sonnenhitze, durch Nebel und Wolken, vorbei an Seen und Bergen, an Meer und Stränden, durch Städte und  Dörfer – durch ganz Neuseeland!

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig die Welt zeigen, mein lieber Honda Civic – jetzt wirst Du voraussichtlich in den Händen eines jungen polnesischen Studienanfänger nur das graue Auckland befahren können, an das Du ja immerhin bereits gewöhnt bist! Mögest du noch weiter so majestätisch über die Straße gleiten, sicher und geschwind, ohne Hektik aber effizient und möge dein Blech heile bleiben. Für die vielen Macken und das Herausreißen beider Blinker möchte ich mich abschließend bei Dir noch einmal entschuldigen! Mach es gut, mein lieber Honda Civic, ich werde Dich, mein erstes wirkliches Auto, stets im Herzen tragen!

 

Genug der sentimentalen Gefühle, doch das musste grade sein. Jetzt kann ich mich auf die verbliebenen 3 Wochen konzentrieren, ohne Angst zu haben, das Auto nicht loszuwerden. Jetzt heißt es, die letzte Zeit zu genießen – das tue ich auch bereits. Seit meinem letzten Trip und jetzt insbesondere seit Verkauf des Autos fühle ich mich ganz anders und mir wird bewusst, dass ich tatsächlich nur noch 3 Wochen in diesem Land habe, dass mir viel gebracht hat. Doch das ist ein anderes Thema für einen anderen Artikel 😉

Dann beginnen wir mal mit einem wahrscheinlich sehr langen Artikel:

Da ich schon wusste, dass mein erster Tag wohl sehr lang werden würde, lag ich am Mittwoch Abend bereits um 21 Uhr im Bett, um gegen 4 Uhr morgens am anderen Tag aufzustehen und meinen Weg nach Süden zu machen. Denn die Strecke zumindest bis Hamilton bin ich ja bereits mehrmals gefahren, im möglicherweise unbekannten Terrain wäre es dann ja bereits einigermaßen hell gewesen. Jedenfalls dachte ich, so deutlich mehr vom Tag zu haben, was sich auch bestätigte.

Um Hamilton machte ich auf der Hinfahrt einen Bogen und fuhr durchs östliche Umland über Cambridge (Cambridge und Oxford gibts auch in Neuseeland ;), wo ich einen tollen Sonnenaufgang erblicken konnte, der mich sogar einige Male anhalten ließ, um durch das Autofenster ein paar Bilder zu knipsen. Weiter südlich in Tokora, bereits knapp 3 Stunden südlich von Auckland machte ich einen Tankstopp und steuerte dann eine bisher mir noch unbekannte Strecke an, die mit etwas Abstand am westlichen Ufer des Tauposees vorbeiführt, ganz einfach aus dem Grund, dass ich die östlich verlaufende Hauptstraße bereits gefahren bin.  Vorher überquerte ich aber noch den Waikato, bekanntlich Neuseelands längster Fluss, der sich auch aus den Tauposee speist und am frühen Morgen von Nebelschwaden überwadert war. So sah ich dort, in Mangakino, nicht viel vom Fluss, dafür eines der Kraftwerke, die den Waikato an ein paar Stellen für Stromproduktion aufstauen. Danach ging es überwiegend durch Forstwald und Hügelland, bis sich auf einmal ein herrlich gelegener Rastplatz anbot, vom dem man zum ersten Mal einen Blick auf Neuseelands größten See hat. Die Aussicht von dort war schon beeindruckend, viel besser als von Taupo aus, wenn auch nicht mit den Vulkanen im Hintergrund. Die zeigten sich jedoch auch schon bald bei der Weiterfahrt, noch fern aber so nah scheinend über den grünen Hügelkuppen aufragend, immerhin weiß, ist ja schließlich auch Winter.

Ab und an bogen ein paar Pisten in abgelegene Buchten am Tauposee ab, die ich jedoch meist ignorierte. Eine, bereits recht weit in Süden nahm ich jedoch auf mich und wurde erst von einem Hügel aus mit einem weiteren großartigen Blick konfrontiert, um dann zum Wasser fahrend meine Hände ins kühle, aber doch noch erfrischend angenehme Nass zu tauchen. Mit dem kleinen Strand ist das garnicht so kleine Ferienhaus-Örtchen im Sommer sicherlich begehrt, auch jetzt waren noch ein paar Leute dort unterwegs. Zur nächsten Stadt, Turangi, südlich des Sees gelegen war es auch nicht mehr allzu weit.

Statt nach Turangi zu fahren, bog ich jedoch vorher auf die Route ab, die auf die Hochebene zu den Vulkanen führte. Beim Erklimmen der Steigung bot erneut ein Rastplatz herrliche Blicke über den Tauposee, diesmal von Süden. Denn das Wetter war an diesem Tag ausgezeichnet.

Vorbei ging es an einen See (den, den man damals vom Vulkan bei meiner Besteigung sehen konnte) und dann eigentlich geplant westwärts wieder auf die Hauptstraße SH1. Den etwas, für diese Zeit aber eher kaum schneebedeckten Mt Ruapehu wollte ich jedoch noch einen näheren Besuch abstatten und fuhr so erst noch über die Hochebene über die ebenfalls noch nicht absolvierte Strecke weiter nach Süden, immer die drei Vulkane im Blick. Der Gipfel des Mt Ngaurahoe, meinem ganz persönlichen Schicksalsberg war auch bereits schneebedeckt – eine Besteigung zu dieser Zeit wäre also eher weniger gut möglich gewesen.Vorbei am Chateau Tongariro, einem schloßähnlichen Luxushotel direkt am Fuße des Mt Ruapehu und das anliegende kleine Whakapapa-Dorf ging es die Straße zum gleichnamigen Skigebiet hoch. Schnee konnte man, wie gesagt, zwar in den ganz hohen Lagen sehen, doch bei den Liften des Skigebiets angekommen (die ja bereits auf etwa 1600m liegen) war kein Schnee zu finden. Dabei ist man dort dringend auf Schnee angewiesen, die Saison sollte eigentlich eine Woche später losgehen. Dafür muss es dort jedoch noch kräftig schneien, die Geröllabhänge mit den vielen Steinen sind eher kontraproduktiv zum Ski fahren.

Als ich jedoch den recht vollen Parkplatz sah und den Betrieb eines der Sessellifte wurde ich ganz unruhig und überlegte schon innerlich meine Reisepläne durcheinanderzuwerfen, um vielleicht in den oberen Lagen Ski fahren zu können. Pustekuchen, es war nur Probebetrieb, ob denn auch alles lief. Das geöffnete Cafe und natürlich der grade an diesem Tag tolle Blick (bei meinem vorigen Besuch dort war alles dicht in Wolken gehüllt) erklärten vielleicht die vielen Besucher. So hatte ich von dort sogar noch den Gipfel des doch recht weit entfernten Mt Taranaki im Blick.

Züruck ging es den gekommenen Weg, mitten im Nirgendwo ein trampendes Paar aufgreifend, die ich erst in Rangipo ablieferte, um sie gleich darauf wieder einzuladen sie mit nach Turangi zu nehmen. Sie wollten nach Taupo, ich in die andere Richtung – Rangipo ist der Punkt wo die Straße von Osten, auf der ich war, wieder den SH1 trifft, den ich von dort nach Süden fahren wollte, durch die Rangipo-Wüste nämlich.

Ich musste nämlich umkehren wegen akuten Spritmangels, da ich am Morgen nicht vollgetankt hatte und die Entfernung von meinem Punkt zum nächsten Städtchen unterschätzt hatte, zumal ich dachte dort eine Tankstelle anzutreffen. Dort gibt es allerdings garnichts, nur eine Straße die zum Rangipo Prison führt, Neuseelands Hochsicherheitsgefängis. Kein schlechter Ort das in jener Einöde zu platzieren.

Es ging jedenfalls nach Turangi, doch nicht nur zum Tanken, sondern auch für eine weitere Attraktion, die garnicht auf meiner Liste war, sich dennoch gelohnt hat. Turangi ist nämlich auch als Welthauptstadt des „Forellen-Angelns“ bekannt, da dort regelmässig ziemlich dicke Fische anbeißen.

Wie an anderer Stelle schonmal erwähnt wurden vor etwas mehr als 100 Jahren Forellen im Tauposee und den umliegenden Flüssen ausgesetzt, die sich gut vermehrten und ordentlich groß wurden. Einer dieser umliegende Flüsse ist der Tongariro, der dem gesamten Vulkangebiet ja auch seinen Namen gibt. Auf jenem war ich, wie sich manch einer vielleicht erinnert, kurz vor Weihnachten letzten Jahres mit Jonas zusammen Rafting durch die Stromschnellen!

An jenem Tag ging es jedoch zu einem ruhigeren Abschnitt des Flusses, an dem das „Tongariro National Trout Centre“ liegt, ein Informationszentrum über Forellen(-Angeln) samt Aqauarium bzw. Zuchtstation. Viele ansprechende Informationen und ein Frischwasseraquarium zeigte Fische in Neuseelands Flüssen, einheimische wie auch eingeschleppte Schädlinge. Natürlich auch Forellen. Die gab es nicht nur in Aquarien, sondern in vielen anderen Tanks und Becken, oft nach Alter und Größe sortiert. Die Zuchtstation ist eher weniger (aber auch) auf Forellenzucht zur Nahrungsgewinnung spezialisiert, sondern hält die Forellen für den Ernstfall bereit, falls einer der umliegenden Vulkane ausbricht und alle Forellen in dem umliegenden Gebiet ausgelöscht werden. Ich fragte mich nur, ob nicht bei diesem Fall nicht auch die Zuuchtstation zerstört werden würde?

Neben dem kleinen Museum und den Aquarien führte auch ein Weg an einem kleinen Bach und später am Fluss Tongariro entlang, wo man Fliegenfischern bei ihrer Tätigkeit zusehen könnte. Forellen-Angeln ist nämlich nur mit Fliegen als Köder erlaubt, jegliche andere Fangmethoden werden hart verfolgt und streng geahndet. Highlight an jenem Bach war, dass eine Glasscheibe unter Wasser am Rande des Baches eingefügt wurde, durch die man wie im Aquarium eben die Fische in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten konnte. Von oben sah ich bereits, dass einige ganz staatliche Forellen dort schwammen. Durch die Scheibe schauend war ich dann noch mehr beeindruckt, wie groß die Viecher doch waren, fast meterlang bereits. Mir gelangen einige ganz nette Fotos, auch den Effekt ausnutzend gleichzeitig unter wie oberhalb des Wassers zu knipsen. Die Bilder könnten auch fast von einem professionellen Tierfilmer stammen, der grad mal im Bach taucht und Unterwasser fotografiert hat.

Naja, auch wenn ich keine (toten) Fische mag, der Besuch dort war allemal intereressant und der kleine Weg von Rangipo nach Turangi (ca. 10km) auch nicht sonderlich schlimm. Allerdings war es nun bereits wesentlich später als geplant (ca. 14 Uhr), es stand nämlich noch einiges an. Zum Beispiel der Weg durch Neuseelands einzige Wüste, wenn man es denn Wüste nennen mag. Doch davon erzähle ich morgen, der erste Tag hatte nämlich noch deutlich mehr zu bieten, viel zu viel um es an einem Abend niederzuschreiben.

Aktuelles

So, jetzt mal wieder ein vernünftiger Artikel. Noch mal ein paar Infos zum Hintergrund meines Problems. Das Internet hier ist auf eine Kapazität von 40 GB insgesamt limitiert, bei Überschreitung dieser Grenze (was eigentlich aber nicht vorkommt, 40 GB reichen ja gut aus) wird die Geschwindigkeit radikal gedrosselt, auf gerade mal 30kb pro minute – da ist das gute alte Modem ja schneller. Demzufolge fällt das Internetsurfen schwer, nur auf größtenteils textbasierten Sachen kommt man noch ganz gut zurecht – ich nutze also die Zeit ein paar Klassiker der Weltgeschichte zu lesen bzw. mich darüber zu informieren: Über iPod ist auch der überwiegende Rest noch ganz gut ohne größere Frustration machbar, da die Datenmenge dort jameist automatisch (Mobil-Version) eh kleiner ist. Zur Überschreitung der Datenmenge kam es übrigens, weil ein gewisser Zeitgenosse meinte, ordentlich Filme downloaden zu müssen, ihr könnt Euch vorstellen, wen ich meine. Anfang nächsten Monats ist es aber wieder ok, da können dann auch ein paar weitere Bilder folgen – Bilder von meinem schönen letzten Trip.

Der führte mich über weite Teile der Nordinsel und quasi alle Wettermöglichkeiten Neuseelands. Schnee gabs keinen anzufassen, aber zu sehen, dafür musste ich nach der Nacht in Taihape trotzdem mein Auto freikratzen wegen Frost. Da unten ist es nämlich deutlich kälter als hier. Meinen gewünschten Ausflug konnte ich an einem anderen Tag aufgrund des Wetters schon wieder nicht unternehmen – jetzt habe ich es 4mal versucht und bin 4mal gescheitert. Muss bis zur Wiederkehr nach Neuseeland warten!

Vielleicht wander ich in Zukunft ja aus – habe mich mal ernsthaft mit den Einwanderungsbedingungen und z.B dem Punktesystem befasst, so sonderlich schwer ist es nicht eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, jedenfalls für mich. Aber erstmal versuch ich mein Glück noch ein paar Jahre in Deutschland!

Sind ja auch nur noch etwas mehr als 3 Wochen bis ich zurück bin. So langsam wird das aber auch Zeit. So schön manche Dinge hier auch sind und so schwer manch Abschied fallen wird, das andauernde Putzen macht mich bereits ganz krank. Zum Glück habe ich mit meinem Zimmer eine Oase des Chaos in dieser Wüste der Sterilität ;). Auf Dauer wäre sowas nichts für mich – ein halbes Jahr ist schön und gut, aber bei mehr wäre meine Lebensfreude schnell dahin. Insofern trifft es sich gut, die Sache bald zu beenden und neue Gefilde anzusteuern, in diesem Fall das Studium.

Dazu gibt es noch nicht viel Neues: beworben habe ich mich in Konstanz, Passau, Dresden und Münster, Lüneburg folgt vielleicht noch. Etwas eingegrenzt ist es also mittlerweile, allerdings wird die letztendliche Entscheidung mir wohl ordentlich schwerfallen. Wenn ich Pech habe, studiere ich auch noch das gleiche an gleichem Ort wie mein lieber kleiner Bruder, dessen gutes Abitur mich sehr schmerzt (trotzdem Gratulation :P), ist er mir doch in dieser Hinsicht vorausgeeilt. Aber im Studium gehts erst richtig los 😉

Über meine Reise beginne ich morgen zu berichten, da gibt es auch ordentlich was zu tun. Ich widme mich nun wieder Demokratietheorien.

So sieht’s aus

Lange hab ich mich nicht mehr gemeldet, doch eigentlich geht es mir noch ganz gut. Zum einen lag das an der Tatsache, dass ich die letzten 4 Tage einen wundervollen letzten Urlaub hatte, zum anderen aber daran, dass das Internet hier anhaltend auf sehr niedrige Geschwindigkeit gedrosselt wurde. Das wird auch erst mit dem Juli-Beginn wieder besser. Bis dahin brauche ich 4h für das was ich sonst in einer halben Stunde mache. Im Moment schreibe ich auf dem iPod, was zwar mittlerweile ordentlich schnell geht, aber ja immernoch etwas ubequem ist. Deshalb belasse ich es mal hierbei und verspreche bald ausführlich ueber meinen Ausflug zu berichten!