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Archive for the ‘Reisemonat (10 Dez-23 Jan)’ Category

So, jetzt sitze ich hier beim Mid Year Camp.

Gestern abend hatte ich noch einen schönen Abend. Bin mit einem Deutschen und einer Londonerin aus meinem Raum einkaufen gegangen, um danach lecker selber Pizza zu machen, schön belegt mit frischen Tomaten, Pilzen, Paprika und Mozzarella. Hat super geschmeckt.

Danach habe ich mir seit längerem mal wieder eine Partie Schach – Mensch gegen Mensch – gegönnt, die ich tatsächlich sogar gewonnen habe. Wie es aussieht, hat man auch in meinem Projekt die Abende mal frei, ich werde also wohl mal einen Schachclub aufsuchen und beitreten, davon solls in Auckland nämlich sogar ein paar geben.

Heute morgen früh aufgestanden dann und Markus und Jonas vom Flughafen abgeholt und direkt hierher gefahren. Direkt gegenüber vom Camp hier ist noch das „Hells Gate“, eine sehr geothermal aktive Gegend voller blubbernder Schlammlöcher. Dort war ich also noch und konnte übe 100 Grad heißes blubberndes Wasser bestaunen und Schlammlöcher, die einen schönen süsslichen Schwefelgeruch verströmten. Unter anderem gab es auch den größten Heisswasserfall der südlichen Hemipsphäre gesehen – nichts besonderes, aber die knapp 40 Grad des Wasser machen den zu einer perfekten Dusche. Neben den vielen Wasser- und Schlammlöchern gab es z.B noch einen Mini-Schlamm-Vulkan, der ab und an mal ausbricht.

Am Ende habe ich dann noch traditionell wie ein Maori schnitzen dürfen und mir in ein Holzstück das Zeichen von „kawakawa“ (compassion) eingraviert, ist bei meinen zwei linken Händen sogar ganz gut geworden.

Danach ging es zurück ins Camp, wo schon allerlei Leute, vor allen die ganzen anderen deutschen Freiwilligen (die ca. 3/4 ausmachen) schon anwesend waren. So überbrückte man auch gut die Zeit, bis unsere neue Organisationsmanagerin Kate kam und ich angeheuert wurde, nach Rotorua zu fahren und die dort mit Bus ankommenden abzuholen. Waren jedoch irgendwie nur zwei, ich fuhr leer wieder zurück. Aber mit Spritgeld ist die Kate nicht geizig. da habe ich die Kosten 10-mal wieder raus…

Gemacht haben wir bisher noch nicht viel, uns nur unter einander etwas ausgetauscht und ein schönes Abendessen gehabt (eines der ersten wirklich guten Mahlzeiten seit 6 Monaten). Danach noch in den Hot Pools gebadet, alles ganz schön. Enden tut das Seminar dann schon Sonntag, ich war von Montag ausgegangen, aber auch ok.

Mein Projekt soll (je nachdem wo ich genau hinkomme) jedoch richtig cool und entspannt sein. ich freue mich also schon!

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Rotorua

Zum Abschluss meiner Reisezeit noch ein kleiner Überblick über Rotorua und meine Erlebnisse heute dort. Der geplante Ausflug wurde nämlich trotz guten Wetters (aber zu hohen Seegangs) abgesagt. Naja, vielleicht schaff ich es noch ein Wochenende dorthin.

Dementsprechend musste ich mir für meinen letzten vollen Reisetag ein Alternativprogramm überlegen. Bin dann irgendwann durch Rotorua gestreift, wo mir aufgefallen ist, dass die Innentadt ja natürlich nicht alles ist.

So war ich am großen See,  an dem Rotorua liegt, und der in Küstennähe teilweise eine sehr seltsame gelbliche Farbe hat. Nicht nur der Geruch hat gleich merken lassen, dass es sich bei diesem gelblich verfärbten Wasser um Schwefelwasser handelt, der Schwefel steigt an den Stellen nämlich nach oben. Grade diese Stellen sind jedoch bevorzugte Stellen für all die Vögel, vor allem viele Möven (das Meer ist ja auch nicht allzu weit weg), die dort aber eben kein Futter finden.

Dann ging es zum Museum Rotoruas, das im wohl „europäischsten“ Gebäude ganz Neuseelands untergebracht ist, dem ehemaligen Badhaus, das im elizabethanischen Stil errichtet fast wie ein Schloss aussieht. Dieses Gebäude war die erste wirkliche Investition der neuseeländischen Regierung in den Tourismus (100 Jahre zuvor) und lockte all die reichen Weltenbummler an, die in jenem Badhaus in warmen Schlammbädern und ähnlichem verwöhnt wurden. Die Badewannen gabs im Museum dann auch zu besichtigen, genauso wie Ausstellungen über Maori-Kultur, Maori-Soldaten im 2. Weltkrieg, Gemälde über Wasserfälle und eine Ausstellung über die Vulkane der Umgebung, insbesonder dem Ausbruch des schon erwähnten Mt Taraweras gewidmet, bei dem 150 Menschen starben. Die Lava aus dem Vulkan war da garnicht mal so schlimm, das Schlimme war, dass unter einem See die Erde wegbrach und das Magma sich mit dem Wasser des Sees vermischte – und dass Feuer und Wasser sich nicht so vertragen, dürfte klar sein. Gab also eine deftige Explosion an jenem Tag im Mai 1886, die bis Christchurch zu hören gewesen sein soll (dort war heute übrigens mal wieder ein Erdbeben).

Nach dem Museum ging es noch durch die dem Museum vorgelagerten „Government Gardens“ und später noch mit dem Auto etwas durch die Umgebung. Mehr habe ich jetzt auch nicht erlebt.

Morgen werde ich mal wieder den barmherzigen Samariter spielen und Jonas und Markus vom Flughafen hier in Rotorua abholen, die von Christchurch (wo ihr nächstes Projekt ist) hierhin geflogen kommen. Danach wollte ich noch ein bis zwei weitere Thermalfelder besuchen, ob mit ihnen oder ohne weiß ich nicht. Dann fängt um 16 Uhr auch schon das Camp an, ich bin mal gespannt.

Morgen ist dann übrigens auch, wenn ich mich nicht ganz irre, schon der Halbzeittag meines Neuseeland-Aufenthalts. 25 Wochen habe ich schon hinter mir, 25 liegen noch vor mir. Das Mid Year Camp ist also tatsächlich gut gewählt. Ziemlich schnell vergangen die Zeit, aber doch soviel erlebt…

Nun gut, vielleicht werde ich mich vom Camp melden können, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall dann aber wieder, wenn ich in Auckland bin – wünscht mir eine schöne weitere zweite Halbzeit 😉

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Fast ist der Reisemonat (bzw. mehr als Monat) zu Ende, nur noch einen vollen Tag, den ich morgen noch einmal, sofern der Seegang gut ist :P, mit einem (hoffentlich) schönen Erlebnis zelebrieren werde. Dann ist auch genug, das Reisen geht nicht nur ins Geld, sondern auch an die Substanz. Etwas mehr Ruhe täte wieder gut.

Erst einmal stehen aber noch 3 Tage Mid Year Camp an, wo ich all die anderen Freiwilligen wiedersehe. Wird sicher nicht schlecht!

Am Montag geht es dann zu meinem neuen Projekt in Auckland. Ich weiß immer noch nicht, in welchen Vorort genau es mich verschlägt und was ich genau machen muss, auch wenn wir bereits ordentlich Informationen darüber bekommen haben (leider wurde nirgendwo gschrieben, wer wo ist und was macht). Ich kann es mir denken und freue mich darauf, aber erzählen werde ich es Euch dann erst nächste Woche, wenn ich ganz sicher bin. Nach nur einer Woche „Einarbeiten“ geht es übrigens gleich wieder in den „Urlaub“. Die dortigen „Entfähigten“ fahren samt Betreuung und uns auf die Coromandel Peninsula, einen sehr schönen Fleck Neuseelands, den ich mir ohnehin für die Wochenenden aufgespart hatte. Ist natürlich Arbeitszeit, aber wird sicher ganz nett werden!

Mit mir im Projekt sind (zum Glück) keine Deutschen, sondern Lucy aus den USA, Eunhye aus Südkorea und Pablo aus Spanien/Südamerika (ihn kenn ich noch nicht, er kommt auch erst in ein paar Wochen an). Kontakt habe ich bereits mit dem Projekt gehabt und eine Wegbeschreibung erhalten. Da die beiden Mädchen aber in meinem Auto mitkommen (mal schauen, ob genug Platz ist für deren Gepäck), bin ich zuversichtlich, die angegebene Straße im Suburb Henderson mittels der wirklich guten Wegbeschreibung zu finden.

Aber vergessen wir noch Auckland und widmen uns den letzten Reisetagen.

Als ich New Plymouth verließ, hätte ich nicht gedacht, dass ich am Abend bereits in Tauranga/Mt Maunganui lande. Das ist nämlich auf der komplett anderen Seite der Nordinsel, noch ein wenig nördlicher. Habe also an einem Tag Tasmanische See und den Pazifik gesehen (gut, in Auckland kann man das innerhalb einer halben Stunde tun ;)). Kilometermäßig ist das auch garnicht mal soviel.

Eigentlich wollte ich jedoch zu den Waitoma Caves, berühmte Höhlensysteme, die durch Glühwürmchen erleuchtet werden. Die Höhlen kann man auf viele verschiedenen Arten erkunden, ob ruhig zu Fuß oder im Boot, oder abenteuerlich mit Abseilen, Klettern und Reifen-Raften durch unterirdirsche Wasserläufer

Letzteres hatte ich eigentlich vor, jedoch davon Abstand genommen. Grund ist mein Bein, das wie gesagt etwas beschädigt wurde. Kann (und konnte dort auch schon) wieder Treppen gehen, doch allzu große Belastung möchte ich ihm nicht zumuten.

Auch aus einem anderen Grund habe ich problemlos verzichten können: es sind lediglich knapp 2 Stunden nach Auckland. So habe ich in der nun kommenden knapp 6-monatigen Arbeitserfahrung noch die Gelegenheit eine spannende Aktivität am Wochenende zu machen.

Der Weg zu den Waitoma Caves war zwar schön und unerwartet dünn besiedelt, gestoppt habe ich jedoch nur wenige Kilometer zuvor in Te Kuiti, der Schafscher-Hauptstadt der Welt. Dem habe ich dort jedoch nicht beigewohnt, sondern bin weiter Richtung Tauranga gefahren, nachdem ich mich aus genannten Gründen schon entschieden hatte, nicht die Waitoma Caves zu besuchen.

Doch es ging nicht direkt nach Tauranga, sondern erst nach Matamata. Und zwar deshalb, weil hier in der Nähe das komplette „Auenland“ und „Hobbingen“ für die Herr-der-Ringe-Trilogie gefilmt wurde. Allerdings auf privaten, mittlerweile wieder stark bewachten Gelände – einer weiterhin aktiven Schaffarm. Um mir dennoch Zugang zu verschaffen, konnte ich nicht anders als eine geführte Tour zu buchen und die Drehorte zu besuchen.

Leider kann ich Euch davon nicht viel erzählen!

Man wurde gezwungen, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen – daran halte ich mich auch lieber, es gibt gewiss gewisse Leser dieses Blogs, die mich anschwärzen würden 😛

Soviel sei gesagt: vor wenigen Monaten hätte man weitgehend verwahrlostes Gelände mit ein paar Überbleibseln der Filme gefunden. Da Peter Jackson für den Film „Der Hobbit“ aber ebenfalls wieder dreht, wurde in den letzten Wochen massiv gewerkelt und gebaut und das Auenland erstrahlt in einem Glanz wie nie zuvor. Optimalerweise war ich genau zu dem Zeitpunkt da, wo gerade alle Gebäude fertig gebaut wurden, die Tour jedoch noch nicht geschlossen wurde, weil der Dreh noch nicht angefangen hat.

Man durfte aber Fotos als private Erinnerung machen, was ich auch reichlich getan habe. Veröffentlichen sollte ich die aber lieber nicht – streng geheim!

Während der Herr-der-Ringe-Filme wurde zum Beispiel der gesamte Luftraum über den Gebiet für den Flugverkehr gesperrt – wer trotzdem drüber flog, wurde nach Landung durchsucht und jede Vakanz von Aufnahmegeräten führte zur Beschlagnahmung des Flugzeugs und lebenslangen Verlust der Fluglizenz samt saftiger Geldstrafe. Das möchte ich für mich jetzt nicht hinaufbeschwören.

Nach dem wirklich schönen Besuch an den Drehorten gab es jedoch noch als Zugabe eine Schafscher-Show. Ein Schaf voller Wolle wurde zwischen die Beine genommen und die schöne Wolle abrasiert. Jetzt weiß auch ich, wie das ganze abläuft. Die Wolle konnte man mitnehmen, kleine Lämmer noch füttern und dann ging es mit dem Tourrbus zurück nach Matamata, ein Ort, der wohl kräftig von den Filmen zu profitiert haben scheint.

Mittlerweile war es auch schon früher Abend und es ging nach Mount Maunganui, einen Vorort von Tauranga. Tauranga ist einer der Boom-Städte Neuseelands und verzeichnet mittlerweile eine sechsstellige Einwohnerzahl. Insbesondere Rentner ziehen das milde Klima der Bay of Plenty (die Region) vor, aber auch bei jungen Leuten scheint die Stadt „in“ zu sein. Insbesondere der besagte Vorort „Mt Maunganui“, benannt nach dem gleichnamigen Berg (lediglich 265m hoch), der direkt am Meer am Ende der Landzunge liegt. Der Vorort liegt nämlich auf einer schmalen Landzunge, die den Hafen von Tauranga (größter Hafen Neuseelands) einrahmt. So hat man in Mt Maunganui nach Westen sichere Badebuchten mit ruhigem Wasser und keinen Kilometer weiter im Osten hohe Wellen, die ein Lächeln in des Surfers Augen zaubern. Angeblich wurde sogar ein künstliches Betonriff dort angelegt, damit die Wellen für die Surfer besser sind.

Ich kam jedenfalls abends an, machte jedoch nicht mehr allzu viel.

Den nächsten Tag erkundete ich das Geschäftsviertel von Mt Maunganui und umrundete einmal den Berg auf einem schönen Spazierweg mit Meerblick rundherum. Besteigen wollte ich den Berg eigentlich am Abend, um von oben den Sonnenuntergang zu bestaunen.

Den restlichen Tag habe ich es mir, eingerieben mit reichlich Sonnencreme (trotzdem leichter Sonnenbrand) am Strand bequem gemacht (im Osten), mich in der Sonne gebräunt und im Meer gebadet. Die Wellen dort machen durchaus Spaß, der Strand erinnert auch durchaus an Bondi Beach in Sydney (wenn auch nicht ganz so voll).

Am späten Nachmittag zogen dann Wolken auf und ich ging lieber zurück, was sich auch als gute Wahl erweisen sollte. Es fing nämlich an zu regnen und wollte fast nicht mehr aufhören.

Eigentlich mal ganz gut, ich hatte nämlich seit ich aus Australien zurück bin keinen Regen mehr in Neuseeland gesehen. Auf mein entsprechend schmutziges Auto wurden schon Liebesbotschaften und Aufforderungen, mein Auto zu waschen, in den Staub gemalt 😉

Nun ist es jedenfalls wieder sauber. Die Bergbesteigung konnte ich jedoch deshalb nicht durchführen.

Ebenso auch nicht am nächsten Tag, der erste wirkliche Ruhetag seit Culverden. Eigentlich stand der für morgen geplante Trip an, der wurde jedoch (vernünftigerweise) abgesagt. Durch den Dauerregen konnte man aber auch sonst nicht allzu viel machen. Bin einmal durch Tauranga gefahren, habe jedoch nichts Interessantes entdeckt, was man drinnen machen könnte (Museen o.ä.) und dann den restlichen Tag im Hostel verbracht. Zeit immerhin, Blog zu schreiben und Sachen für das Mid Year Camp vorzubereiten 😉

Heute war dann wieder etwas erlebnisreicher. Von Mount Maunganui ging es über Te Puke hier nach Rotorua.

Te Puke ist die Kiwifrucht-Hauptstadt der Welt, weil dort ganz viele Kiwis angebaut werden.

Der Name „Kiwi“ist ja übrigens nur eine Erfindung zu Marketing-Zwecken, tatsächlich trägt die sehr appetitliche und gesunde Frucht ja den eher abschreckenden Namen „Chinesische Stachelbeere“.

In Rotorua habe ich mich in mein letztes Hostel für den Reisemonat eingecheckt, das übrigens von einer Deutschen, sogar aus Ostwestfalen, betrieben wir. Ein kleines Stück Heimat am anderen Ende der Welt!

Rotoruas Innenstadt kannte ich bereits etwas (Anfangsseminar), nach einen Besuch im Besucherzentrum ging es dann zuerst zu „Agroventures“, einem Anbieter verschiedener Extremaktivitäten, bei denen ich eigentlich nur zuschauen wollte.

Man kann „zorben“, sprich in einer (auf Wunsch mit Wasser gefüllten) Glaskugel den Hügel hinunterrollen, freien Fall im Bungy erleben, mit viel Windkraft von unten das Gefühl des Fliegens erleben und auf einer hochmodernen Schwebebahn mit Pedalkraft sich fortbewegen.

Zuschauen war schon nett, leider habe ich aber doch Geld gelassen dort.

Und zwar bei einer noch nicht erwähnten Aktivität Ein winzig kleines künstliches Flusssystem (vlt. auf 100 qm), durch das man mit einem 450PS starken Speedboat rast, das innerhalb 3,5 Sekunden Geschwindigkeiten über 100kmh erreicht. Das „Flusssystem“ ist gerade mal etwas breiter als das Boot und hat viele Kurven.

Da ich bisher noch kein Jetboat gefahren bin hier in Neuseeland und es auch einigermaßen preiswart war (dafür eben nur sehr kurz), habe ich gebucht und inenrhalb weniger Minuten die Fahrt erlebt. Mit 100kmh, die schon nach 3 Sekunden erreicht wurden, ging es dann direkt durch den engen Kanal, wie durch ein Wunder schoss das Boot sicher durch die engen Kurven. Am Ende raste es mit gleicher Geschwindigkeit direkt aufs Ufer zu, um in letzter Sekunde (2m vorher) eine 360-Grad-Drehung auszuführen. Das ganze Vergnügen hatte ich dann dreimal!

Hat wirklich Spaß gemacht und sich trotz der Kürze gelohnt – ist schon ein Erlebnis, direkt hinter sich einen 450PS Motor zu haben, der das Boot quasi über das Wasser fliegen lässt.

Einen wirklichen Adrenalinkick habe ich jedoch nicht gespürt, muss mich wohl an extremere Aktivitäten wagen!

Habe ein Video von dem Ritt aufgenommen (nicht von mir, sondern denen nach mir), das könnt ihr in Kürze vielleicht auf youtube bestaunen (ich gebe Euch den Link).

Nur wenige Meter von den „Agroventures“ entfernt, war dann noch ein Heckenlabyrinth. Diese a-MAZE-ing Aktivität konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen und verirrte mich in diesem Labyrinth. Nach einer halben Stunde war ich jedoch durch und fuhr den Thermal Explorer Highway Richtung Taupo, da ich ja nochmal etwas geothermale Aktivität sehen wollte. Die blieb mir bisher in Neuseeland ja noch weitgehend verborgen (Tongariro Crossing habe ich die dampfenden Seen ja nicht gesehen).

Es ging für mich in das „Waimangu“-Tal, das das neuzeitlichste geothermale System der Welt bildet. Grade mal 125 Jahre her, im Jahre 1886 explodierte der Vulkan Mt Tarawera, zerfetzte das gesamte Tal und ließ riesige Kraterseen und ähnliches entstehen. Dort standen ehemals die weltberühmten „Pinken Terassen“, die durch den Vulkanausbruch zerstört wurden. Nun ist es dichter (aber eben maximal 125 Jahre alter) Regenwald und ordentlich geothermale Aktivität.

Meine Wanderung umfasste den Blick auf dampfende Seen (den „Bratpfannensee“), Mini-Geysire (einen größeren werde ich wohl morgen noch angucken), blubbernde Bachläufe und verfärbte Kraterseen, dazu der permanente Schwefelgeruch. Ein See war so unnatürlich hellblau, das war schon cool. Auch sonst hatte die Landschaft ihren unwiderstehlichen Reiz – und die Luft war warm.

Am Ende des Weges war dann der große See, der durch den Vulkanausbruch geformt wurde. Den kann man noch mit einem Schiff erkunden, was ich mir jedoch nicht leisten wollte.

Soviel zu meinem Tag hier in Rotorua – morgen gibt es dann noch einen schönen Tag sofern der Trip stattfindet), was genau verrate ich jedoch erst morgen 😉

Jetzt habe ich doch tatsächlich wieder aufgeholt und Ihr seid up-to-date!

 

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Weiter geht es mit der Taranaki-Region – ich habe grade Zeit, da es hier am Mount Maunganui wie aus Eimern schüttet und die Gegend hier ja vor allem fürs Sonnen und Baden am Strand gemacht ist.

Fangen wir an dem Tag an, der auf meine abenteuerliche Vulkanbesteigung folgte.

Als ich aufwachte, merkte ich bereits, dass mein linkes Bein bei der kleinsten Anhebung wahnsinnig schmerzte. Ich konnte zwar normal mit etwas Einschränkung gehen, es jedoch keine 5cm anheben, damit drücken, treten oder sonstwas. Fürs Auto fahren im Automatikwagen brauche ich es aber ja nicht, weshalb es gleich eine kleine Schonpause bekam.

Mein Weg war nämlich lang und sollte mich nach New Plymouth führen.

Zuerst ging es nördlich nach Taumaranui, der nächstgrößeren Stadt, von wo die Straßen nach Taupo, Hamilton und eben nach New Plymouth abzweigen. Statt jedoch die schnelle Straße nach New Plymouth zu nehmen, habe ich den „Forgotten World Highway“ genommen, so genannt, weil er einerseits quasi durchs Nichts geht und andererseits wohl viele Fossilien am Wegesrand zu finden sein sollen. Es war eine lange Strecke, die Landschaft, grüne Hügel und Regenwald, aber sehr schön. Ab und an konnte man in der Ferne noch ein paarmal die Vulkane thronen sehen.

Den ersten kleinen Halt machte ich am Hoki-Tunnel, der den Namen „Hobbits Hole“ trägt. So sieht es fast auch aus, ist bloß etwas hoch für einen Hobbit. Jedoch ein gewiss 100m langer, lediglich einspuriger Tunnel, der geradeaus verläuft. Entgegenkommende Autos sieht man also und kann sie vorher passieren lassen.

Nach diesen Tunnel war ich dann irgendwann auf dem Staatsgebiet von Whangamomona. Dort im Nichts hat nämlich ein kleines Kaff das Umland zur eigenständigen Republik ausgerufen, der Pub in der Ansiedlung dient als Regierungssitz. Leider habe ich erst später erfahren, dass man sich im Pub hätte einen Pass ausstellen lassen können. Somit hätte ich jetzt auch die deutsch-whangamomonische Doppelstaatsbürgerschaft haben können, hätte…

Die Republik hat sich zwar ein schönes Fleckchen Erde ausgesucht, wie sie überleben will, ist mir aber unklar.

Nach ein paar Kiolmetern hieß es dann auch wieder „Willkommen in Neuseeland“. Nach etlichen weiteren Kilometern kam ich dann in Stratford an, dem Verwaltungssitz der Taranaki-Region, aber bei weitem nicht der größte Ort. Von hier hatte man bereits einen tollen Blick auf den Mt Taranaki, auch wenn sein Gipfel von Wolken verhüllt war.

Vielleicht ein paar Sätze zu Taranaki-Region und Berg. Die Taranaki-Region ist die drittkleinste Neuseelands und wird vom Erscheinungsbild des 2518m hohen, immer noch aktiven Vulkans Mt Taranaki dominiert. Egal wo man ist, überall kann man diesen Berg sehen, den Gipfel jedoch äußerst selten. Der Himmel mag noch so blau sein, alle Wolken stauen sich bei diesem Berg und regnen sich dort ab. Der Mt Taranaki wurde ursprünglich von James Cook (Neuseelands (2.) Entdecker) Mt Egmont getauft, dieser Name verliert aber immer mehr an Bedeutung (Egmont war irgendein britischer Adliger). Auffallend ist seine perfekt symmetrische Form, die aus ihm eine beliebte Filmkulisse macht. So wurde dort der Film „The last Samurai“ gedreht, da Mt Taranaki das perfekte Ebenbild für den japanischen Mt Fujijama ist, bloß dass dieser nicht von all dem japanischen Smog verdreckt wird.

Der Berg ist im Sommer für jedermann ohne alpine Vorkenntnisse besteigbar, man sollte sich jedoch besser einen Führer nehmen, da ständig Leute bei dem Versuch sterben, meist durch plötzlich aufziehendes schlechtes Wetter.

Genug zum Berg, weiter zur Region. Taranaki ist eher eine der wohlhabenderen Regionen Neuseelands, vor allem durch 2 Wirtschaftszweige. Die Milchwirtschaft ist sehr stark, da die Kühe dort viel Platz und durch Vulkanasche sehr nährhaftes grünes Gras haben. Taranaki ist jedoch auch das „Energy Capital“ von Neuseeland. Ich wusste es auch vorher nicht, aber in Neuseeland (bzw. nur in Taranaki) wird Erdöl- und gas in nicht unerheblichen Mengen gefördert.

Manche im Inland, mittlerweile aber auch schon viele Bohrplattformen im Meer 40-60 km vor der Küste Taranakis (Taranaki ist auf der Karte der westliche Auswurf in der Mitte der Nordinsel).

Hauptsächlich werden diese Rohstoffe aber exportiert – nach Japan, Indonesien, Taiwan und China vorwiegend. Dem kommt der Umstand zugute, dass die Stadt New Plymouth den einzigen Tiefwasserhafen an der gesamten Westküste Neuseelands hat.

Das als kleiner Überblick für den Anfang, von Stratford fuhr ich jedenfalls erst einmal Richtung Mt Taranaki und landete zufällig auf einer Straße die zu einem Ski-Feld führte. Man kann dort nämlich tatsächlich auch Ski fahren. Die Anfahrt ist jedoch etwas schwierig, man muss mit dem Auto zum Parkplatz am Hochplateau und dann all seine Sachen einen über eine halbe Stunde dauernden Weg zu den wenigen Liften schleppen. Dafür hat man die auf der Welt nicht allzu oft vorkommende Möglichkeit, beim Ski fahren das nur 30km entfernte Meer zu erblicken. Wer will, kann an einem Tag surfen, Ski fahren und Wasserski fahren, sogar innerhalb weniger Stunden.

Da ich ja, wie angedeutet, nicht wirklich fähig war, zu gehen, bin ich beim Hochplateau nur kurz ausgestiegen, um ein paar Fotos zu machen (waren nämlich auch ein paar Wanderwege).

Der Ausblick war jedoch einer der grandiosesten bisher: geradeaus konnte man in der Ferne noch Mt Ruapehu und Mt Ngauraheo erkennen, davor das grüne Hügelland. Rechts und links von einem erstreckte sich erst das grüne Weideland und dann zu beiden Seiten das Meer. Drehte man sich um, so ragte vor einem der gewaltige Mt Taranaki auf, der jedoch immer noch von Wolken verhüllt war.

Meine Fahrt führte mich dann weiter nahe am Vulkan entlang durchs grüne Weideland und später zu den Dawsons Falls, einen Wasserfall (mal wieder). Dort war jedoch auch eines (von 2) Besucherzentren für den Mt Taranaki mit einer kleinen Ausstellung über Berg und Umgebung sowie viele Wanderwege. Die konnte ich nicht machen (und wollte ich auch nicht, ich lasse mein Gepäck, wenn es im Auto ist, kaum noch aus den Augen), bin jedoch den 5-minütigen Spaziergang zum Wasserfall angegangen. Schade, dass es die ganze Zeit mindestens 150 Stufen hinabging, die mein armes Bein ja auch wieder hoch musste. Der 18m hohe Wasserfall hat sich aber gelohnt. Und die Treppenstufen ging es zwar langsam, aber effektiv mit Nachziehen des linken Beins wieder hinauf.

Dann ging es ohne Unterbrechung nach New Plymouth, entlang des Surf Highways. Alle paar Kilometer zweigt dort nämlich eine Straße zu einem als „Surf Beach“ gekennzeichneten Strand ab. Die Wellen sehen auch ganz gut zum Surfen aus, von daher.

Am Cape Egmont mit seinem Leuchtturm (westlichster Punkt Taranakis, jedoch nicht Neuseelands) bin ich versehentlich vorbeigefahren (muss aber ja auch nicht alle Leuchttürme begucken) und bin dann am frühen Abend in New Plymouth angekommen. Dort leben knapp 70.000 Menschen, ein Großteil der Menschen in der Taranaki-Region also. Die Stadt wurde schon zur besten Kleinstadt der Welt, besten Stadt Neuseelands uvm., gekürt, dementsprechend war ich also gespannt.

Mein zweiter Projektwunsch am Anfang dieses Jahres war auch eine Schule in der Nähe – und mein erster jetzt zum Halbjahr ja ein Camp in der Nähe. Beides nichts geworden, wäre auch zu schön gewesen (was nicht heißen soll, dass ich mich nicht auf Auckland freuen würde).

Da etwas isoliert und abgelegen muss die Stadt aber ja auch was bieten – und das tut sie.

Vor wenigen Jahren hat sie an der Küste eine 10km lange Promenade angelegt, die flugs (warum auch immer) für einen UNESCO-Nachhaltigkeitspreis sorgte.

Außerdem ist New Plymouth Sitz der Taranaki Savings Bank (TSB), der einzigen noch im neuseeländischen Besitz befindlichen Bank. Alle restlichen Banken werden vom Staat oder ausländischen Banken und Investoren gesteuert. Die TSB-Bank ist auch Organisator des alljährlichen „Festival of Lights“ im Januar, an dem ich, grade passend da, auch am Abend teilgenommen hatte.

Erst jedoch das Hostel bezogen, in der Stadt etwas gegessen und über die Promenade geschlendert, der untergehenden Sonne zusehend. Die Promenade wird auch rege genutzt, ob von Fußgängern, Radfahrern, Skatern oder sonstwem. Von dort konnte ich auch den riesigen Schornstein sehen, das Icon des Hafens von New Plymouth.

Bevor es endgültig dunkel war, erreichte ich den Pukepura Park, wo das „Festival of Lights“ stattfand. New Plymouth ist nämlich weitbekannt für seine Parkanlagen, und jener Pukekura Park, direkt an der Stadt, ist der größte und wohl schönste. In der Nacht beim „Festival of Lights“ noch schöner, denn Tausende von Lichtern in allen möglichen Farben verwandelten den Park in ein romantisches Lichtermeer. Es herrschte reger Ansturm, auf einer Bühne werden regelmässig (jeden Tag des Festivals) abends Konzerte gehalten, auf einer weiteren Bühne in einem See gibt es melancholischeren Gesang und die Kaffeehäuser im Park boten Verpflegung für die hungrigen Mäuler. All die Lichter, und was mit ihnen angestellt wurde, zu beschreiben ist unmöglich, doch zu meinen Favoriten zählte ein künstlich angelegter Wasserfall, der in abwechselnden Farben bestrahlt wurde – wunderschön!

Es war genau der richtige Abendausklang dort.

Am nächsten Tag erkundete ich New Plymouth dann etwas mehr. Zuerst ging es wieder in den Pukekura-Park, diesmal bei Tag. Dort gibt es nämlich auch einen kleinen, aber feinen, kosttenfreien Zoo, der neben vielen verschiedenen Affenarten, Vögeln, Farmtieren und Aquarientieren auch süße Fischotter sein Eigen zu nennen hat. Ein großer Spielplatz für die Kleinen rundet den täglich möglichen Zoobesuch dann ab. War jedenfalls ganz interessant, besondes den Affen zuzuschauen!

Weiter ging es dann durch den Park, vorbei am TSB Bowls of Brookland. Das ist eine größere Bühne in einem kleinen See, umgeben von einem Freiluft-Amphitheater – hier finden öfters Konzerte statt, die zu klein für die benachbarte TSB-Arena wären.

Als Event-Hauptstadt (dort ist nämlich immer was los) kommen auch öfters größere Größen aus Musik und Co. nach Taranaki.

Vorbeigehend in umgekehrter Richtung wie am Vorabend durch den Park, erreichte ich dann irgendwann die Innenstadt und irgendwann dann auch mein Ziel – das „Puke Ariki“.

Das ist ein Besucherzentrum, Museum und Bibliothek in einem, flankiert dazu von Shops, Cafe und Restaurant. Nicht nur das Gebäude, sondern auch dessen Inhalte unterstreichen den innovativen Charakter New Plymouths. In einer Ausstellung ging es um die Zukunft New Plymouths und der Taranaki-Region, wo man an Umfragen partizipieren konnte. Anhand verschiedener Szenarien (Meeresspiegel steigt an, Vulkan bricht aus, Erdöl geht aus, …) musste man dann seine Meinung abgeben und konnte Vorschläge liefern. Das ganze eigentlich am Computer, doch als ich grade anfangen wollte, kam ein Mitarbeiter auf mich zugelaufen, drückte mir ein Ipad in die Hand und meinte, ich solle das doch lieber benutzen. So wirbt Apple um Kunden!

Doch auch die restlichen Ausstellungen, über Natur und Wirtschaft der Region waren sehr wissenswert und sind daran schuld, dass ich Euch mit Informationen beglücke, die Ihr wohl niemals brauchen werdet! Auch tut es mir leid, wenn meine Worte wie Werbung klingen, aber ich bin tatsächlich von der Stadt begeistert.

In der Bibliothek konnte ich noch kostenlos ins Internet (der Mini-Eintrag stammt von dort) und im Besucherzentrum habe ich mich noch über weitere Aktivitäten informiert. Viel gemacht habe ich danach jedoch nicht mehr. Noch einmal die Promenade Richtung Hafen gegangen und den anbrandenden Wellen zugeschaut und durch die Stadt gestreift. Mein Bein war zu der Zeit übrigens wieder in der Lage, kleinere Stufen hinaufzusteigen.

Da ich das seltene Glück hatte, den Gipfel des Mt Taranaki freiliegen zu sehen, bin ich noch ins Auto gestiegen und auf den Berg zugefahren, immer mal wieder für ein Foto anhaltend.

Den Abend habe ich dann nicht mehr viel gemacht, beim „Festival of Lights“ war ich nicht nochmals, ich wollte Euch lieber über meine Wellington-Erlebnisse schreiben…

Am nächsten Tag verzichtete ich dann auf den Besuch des anderen Mt Taranaki-Besucherzentrums und fuhr direkt nach Te Kuiti, doch dazu das nächste Mal.

Gibt ja wieder genug zu lesen, sorry (wobei Ihr jetzt fertig seid!)!

 

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Widmen wir uns nun dem Teil nach Wellington, mal schauen, wie weit ich komme.

Von Wellington aus wollte ich noch die Kapiti Coast erkunden (die Küste im Südwesten der Südinsel) und in Wanganui übernachten. Gelandet bin ich stattdessen schon in National Park Village.

Von der Kapiti Coast habe ich nicht viel gesehen, allzu viel Interessantes gibt es dort aber auch gar nicht. Nach ein paar Minuten Fahrt von Plimmerton habe ich nämlich mal wieder jemanden mitgenommen. Dieses mal ein geschätzte 80 Jahre alter Mann, der aber noch richtig fit aussah. Er wohne in Nelson und wollte nach Wanganui, um dort (seine ehemalige Heimatstadt) bei einem Freund zu übernachten, ehe er weiter nördlich zur Coromandel Peninsusla wollte, um von dort den ganzen Weg per Fahrrad zurückzulegen. Fahrrad fahren tur er nämlich anscheinend gerne, so sei er letztes Jahr durch Südfrankreich geradelt und hat mich übers Radeln in Deutschland ausgefragt.

Ihn mitzunehmen erwies sich jedoch als Volltreffer, er erklärte mir nämlich alles Mögliche, über die Landschaft, durch die wir fuhren, über jeden Fluss, den wir überquerten usw.

Einziges Erwähnenswertes auf der Fahrt nach Wanganui ist die kleine Stadt Bulls. Den Namen „Bulls“ vermarkten nämlich irgendwie alle Geschäfte der Stadt mit irgendwelchen markanten Werbesprüchen, wo „Bulls“ drinne steckt. Gab zwar kein „Buller King“, „Sub-Bull“ und „Mc Bulls“, aber der Rest war schon ganz nett.

Irgendwann waren wir dann angekommen und überquerten die lange Brücke über den Wanganui River, der der Stadt (ca. 40.000 Einwohner) ihren Namen gegeben hat, oder umgekehrt.

Der gehört zu den größten Flüssen Neuseelands – nicht so wasserreich wie der Clutha (im Süden der Südinsel) und nicht so lang wie der Waikato (schon erwähnt), aber doch an der Mündung (Wanganui liegt natürlich am Meer) ziemlich breit.

In Wanganui habe ich mich aber nicht weiter aufgehalten, nur meinen Gast herausgelassen, vollgetankt und dann weitergefahren, weil mal grade Mittag war.

Statt wie geplant von Wanganui nach Taranaki , bin ich zu den Vulkanen gefahren.

Und zwar durch den Whanganui Nationalpark, der so heißt, weil der Fluss irgendwo dort im abgelegenen Nirgendwo entspringt.

Ich bin jedoch nicht die Schnellstraße gefahren, sondern habe die von vielen angepriesene „Wanganui River Route“ genommen, die auf Schotterpisten sich direkt entlang des Wanganui Rivers windet. Auf der Strecke liegen noch ein paar kleine Ansiedlungen, mit ganz besonderen Namen. Ich kann nämlich voller Stolz behaupten, dass ich innerhalb eines Tages in Athen, London und Jerusalem war (und zurück nach Neuseeland geflogen bin). Die Schilder, deren Bild ich noch veröffentliche, werden es beweisen!

Sonst bot die Strecke einen immer schönen Blick auf das Hügelland und den zwar recht schmal werdenden, aber doch schönen Wanganui River.

Als man den irgendwann aus den Augen verlor und die vielen Hügel sich lichteten, gab es dann auch schon den Mt Ruapehu zu bestaunen, der in der Ferne über den Hügeln der Hochebene thronte. Ich war nämlich mittlerweile knapp 400m höher als Wanganui – die drei Vulkane dort stehen allesamt auf einen Hochplateau. Zum Ruapehu ging es dann auch bald, genauer gesagt zur Ortschaft Ohakune an dessen Fuß. Da die Hostels dort jedoch etwas teuer waren. Entschloss ich mich noch weitere 30km nach National Park Village zu fahren.

Zuerst fuhr ich jedoch den Mt Ruapehu hinauf, zu einem Skigebiet das sich an den Südhängen befindet. Denn nicht etwa dieAlpen der Südinsel bilden ein großes Skigebiet, sondern am Mt Ruapehu liegt das größte Skigebiet Neuseelands. Allerdings an den Nordwesthängen, wo ich auch noch hinkommen sollte. Das „Turoa Skigebiet“ ist zwar etwas kleiner, aber auf den Infotafeln sah es doch noch ganz nett aus. Von dort oben hat man auch einen netten Ausblick und kann schon mal das schwarze Vulkangestein und die Geröllwüste bestaunen, die aber nicht darüber hinwegtäuschen sollen, dass der überwiegende Teil der Anfahrt durch Regenwald geht.

In die Skigebiete Neuseelands wird nämlich soweit wie möglich hoch gefahren, geparkt und dann geht’s weiter in die Lifte.

Irgendwann ging es dann nach Nationalpark Village, ich checkte in mein Hostel ein und mir kam die Idee, das Tongariro Crossing zu machen. Die Idee wurde zum Wahn, ich lieh mir Schuhe und Jacke aus, buchte meinen Shuttle und wartete gespannt auf den nächsten Tag.

Den Abend bin ich dann noch zu dem großen Skigebiet an den Nordwesthängen des Mt Ruapehu gefahren, dem „Whakapapa Skifield“. Toller Ausblick natürlich, aber allzu viel gab es auch nicht zu sehen. Aber vielleicht komme ich im Winter ja nochmal dorthin, um den Skisport zu frönen…

Noch ein Wort zu National Park Village. Der Ort verdankt seine Existenz (genauso wie der anderen in der Region) der Tatsache, dass, wenn kein Schnee liegt, jeder das „Tongariro Crossing“ machen möchte, und wenn Schnee liegt, alle in die umliegenden Skigebiete am Ruapehu strömen.

Demnach wohnt quasi keiner wirklich dort, es gibt aber allein 6 verschiedene Hostels in meiner Preisklasse – schwere Auswahl also, aber meine Wahl war ganz gut.

Wie der nächste Tag gelaufen ist, habe ich ja schon geschrieben…

 

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Wellington

So, dann will ich Euch mal über Wellington berichten, soweit ich mich noch erinnere. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich aufgehört habe und kann auch momentan nicht nachgucken, also verzeiht mir, wenn ich was auslasse.

Wir befinden uns also nun in Wellington, noch relativ früh morgens – wie man sich erinnert hatte ich im Auto geschlafen.

Nun ging es also erstmal nach Wellington hinein, über den dreispurigen Motorway und irgendwann mitten durch den CBD, wo ich mich schon mal über mögliche Parkgelegenheiten informiert habe. Bin jedoch erstmal aus der Innenstadt raus in die Suburbs gefahren. Manche davon thronen bis zu 400m über Wellington, die ganze Gegend dort ist nämlich sehr hüglig. Und die Straßen in die Suburs richtig steil. Dafür hat man von dort einen ganz netten Ausblick auf Stadt und Bucht. Habe dann irgendwann meinen Weg hinunter zum Meer gesucht und bin zur Spitze der Wellingtoner Bucht gefahren (der auf Wellington-Seite), doch auch dort kam ich nicht ganz hin. Die letzte Strecke war nur für 4WDs geeignet (durch 4 Räder angetriebene Autos, vor allem Geländewagen), das wollte ich nicht riskieren. Immerhin waren dort ein paar informative Tafeln, ich war dort nämlich in einem Meeresschutzgebiet.

Aber das braucht jetzt nicht weiter vertieft zu werden, mein Trip führte mich weiter zu der Wellington vorgelagerten Halbinsel, wo neben dem Flughafen auch das Vorörtchen Miramar liegt, bekannt für seine Filmindustrie. Wellington ist unter Insidern nämlich nicht nur als „Windy Wellington“ (trifft durchaus zu) bekannt, sondern auch als „Wellywood“. In jenem Stadtteil ist u.a. der Weta Workshop ansässig, doch dazu später. Den habe ich nämlich versucht zu finden, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war. Darum ging es auf einer „Scenic Route“ einmal direkt am Wasser entlang um die Halbinsel herum. Die Straße teilen musste ich mir nur mit den vielen Radfahrern, die dort ein ideales Revier haben – kaum Autos, toller Blick, ebene Fläche.

Wieder zurück von der Halbinsel habe ich kurz Halt an einem Strand gemacht, wo man die Startbahn des Flughafens sehen konnte. Dementsprechend habe ich ein paar Flugzeuge beim Starten zugeschaut.

Dann ging es in die Innenstadt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich einfach, ich nahm mir einfach den Parkplatz am Te Papa, wo ich ohnehin hinwollte. Für einen kleinen Obulus hatte ich dann auch mein Parkticket bis 18 Uhr und strebte ins Te Papa.

Vielleicht fragt ihr Euch, was das Te Papa ist? Es ist das Nationalmuseum Neuseelands und sicher auch das größte, außerdem eines der innovativsten und interessantesten Museen, in denen ich bisher sein durfte.

Schon allein das Gebäude ist riesig und die Ausstellungen erstrecken sich über 6 Etagen, dazu gibt es Cafes, Shops und Co.

Natürlich ist das Museum kostenfrei, die meisten Ausstellungen jedenfalls. Kostenpflichtig sind nur ein Paar von Simulatoren (komme ich noch zu) und manch temporäre Ausstellung, wie z.B im Moment dort mit dem Titel „European Masters“. Letztere habe ich mir jedoch gespart, da die Ausstellungsstücke wohl alle aus irgendeinem deutschen Museum in Frankfurt stammten – da kann ich dann ja immer noch hingehen.

Die nächsten 3-4 Stunden schaute ich mir also alles an – fast alles. Geschafft habe ich nämlich längst nicht alles. Aber immerhin alles Mögliche über Flora und Fauna, Geologie und Geografie, Geschichte, Maori-Kultur und Kunst, usw. gelernt. Unter anderem verfügt das Te Papa über den einzigen (natürlich toten) Riesenkalmar, der konserviert unter dickem Glas liegt. Schon beeindruckend! Genau so die Rekonstruktionen quasi aller anderen noch lebenden oder schon ausgestorbenen Tiere Neuseelands. Die ganzen Dinge über die Maori waren auch sehr interessant. Was beachtlich ist, ist, dass alle Beschreibungen im Museum zweisprachig sind – Englisch und Maori. So kann man ein wenig Te Reo Maori lernen, indem man die Sachen vergleicht.

Anonsten glänzt das Museum mit modernen Design und noch modernerer Technik.

Kunst gibt es natürlich auch noch, die Ausstellung von Fotografien über Asien und Neuseeland war sehr schön, die „malerische“ Kunst habe ich mir für den nächsten Tag aufgespart. Möchte Euch ja nicht mit allen Sachen nerven, die ich gesehen habe.

Mit dem Vorhaben am nächsten Tag wiederzukommen verließ ich das Te Papa und wanderte die Hafenpromenade entlang. An einer Brücke standen viele Menschen dicht gedrängt am Geländer und Schwimmer hatten sich auf eine nahegelegene Badeinsel „geflüchtet“. Grund war nämlich ein ziemlich imposanter Stachelrochen, der durch das Wasser glitt (hab ein gutes Foto von gemacht).

Als er 10m weiter geschwommen war, ging das Badeleben aber gleich munter weiter…

Ich wollte jedoch nicht baden, sondern die Hauptstadt erkunden. Das ist Wellington ja nämlih.

Und wie es sich für eine Hauptstadt gehört, gibt es auch ein Parlament, das ich mir angeschaut habe.

Nach einem Spaziergang durch die Hauptstraße Wellingtons war ich dann auch schon am neuseeländischen Parlament angekommen. Erst ging ich jedoch in ein Museum der „Reverse Bank of New Zealand“, wo mich ähnliches wie schon in Sydney erwartete (dort war ich ja in einem ähnlichen). Aber auch die Geschichte der neuseeländischen Banknoten (ebenfalls aus Polymer) und ihre Herstellung ist interessant. Unter anderem gab es hinter einem verglasten und vergitterten Fenster auch ein paar Geldbündel – und die paar Geldbündel stellten schon 1 Million NZ-Dollar da. Hätte ich gerne genommen…

Besonders interessant jedoch ist eine dort ausgestellte neuseeländische Erfindung. Als es nämlich noch keine Computer gab, gab es schon einen Wirtschaftscomputer, den ersten der Welt. Das ist eine seltsam aussehende Apparatur, die mit Wasser betrieben wird, und in der Lage ist, viele makroökonomische Vorgänge anschaulich und richtig darzustellen.

Der Erfindergeist der Kiwis ist wirklich verblüffend.

 

Das Parlament selbst sieht aus, wie fast so alle Parlamente auf dieser Welt. Interessanter ist jedoch der Sitz des Ministerpräsidenten, die Exekutive Neuseelands. Der sitzt nämlich im angeschlossenen „Beehive“. Das heißt soviel wie „Honigwabe“ und hat auch seinen Namen verdient, da das Gebäude wie eine Honigwabe aussieht.

Ich habe diese Wabe (und das Parlament) jedoch nicht nur gesehen, sondern war auch drinnen.

Es gibt eine regelmässig stattfindende, kostenlose Führung durch die Räumlichkeiten, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.

In Deutschland muss man vorm Bundestag stundenlang warten, bis man hineinkommt, dort musste ich die Sicherheitskontrolle passieren und in bequemen Ledersesseln kurz zum Beginn der Führung warten (insgesamt 10 Minuten), dann ging es schon los. Mit Fotos kann ich jedoch nicht dienen, man musste Kamera und alle anderen elektronischen Geräte abgeben.

Zuerst ging es ins erwähnte „Beehive“, wo uns nur ein größerer Tagungsraum gezeigt wurde.

Mehr gibt es anscheinend aber auch nicht zu sehen, die Büros des Präsidenten und der Minister sind ja nicht zugänglich.

Stattdessen ging es jedoch ins Parlament, das voll zugänglich war, weil die Abgeordneten alle ohnehin „Ferien“ haben. Zuerst ging es in den Keller, wo die Erdbeben-Stabilisatoren sitzen.

Wellington ist nämlich ein ziemlich ungünstiger Regierungssitz. Nur 400m vom Parlament entfernt ist die Grenze zwischen den beiden Platten, auf denen Neuseeland liegt.

Die Südinsel und Teile Wellingtons (darunter auch das Parlament) liegen noch auf der Pazifischen Platte, der Rest Neuseelands auf der Australischen Platte. Ein ziemliches Erdbebengebiet also eigentlich.

In einer aufwändigen Sanierungsarbeit wurde das Parlament, „Beehive“ und Co. (und auch andere Gebäude Wellingtons, z.B Te Papa) mit den Erdbeben-Stabilisatoren ausgestattet, ebenfalls eine neuseeländische Erfindung. Ohne das groß erklären zu wollen, läuft es letztlich darauf hinaus, dass die gesamten Gebäude quasi vom Boden isoliert sind und die Erdbewegungen kaum noch Auswirkungen haben – schwer vorzustellen. Seit der Installation hat es auch noch kein Erdbeben in Wellington gegeben, das diese getestet hätte. Aber die Kiwis haben die Technologie natürlich nach Amerika, Japan usw. exportiert, wo es anscheinend auch bei schweren Erdstößen bestens funktioniert hat.

Vom Keller ging es noch in andere Räume, ein Komitee-Saal z.B und den Presseflügel. Die angeschlossene Nationalbibliothek wurde grade renoviert und war nicht zugänglich.

Dafür ging es noch in den eigentlichen Parlaments-Saal, wo, wenn nicht grade „Ferien“ sind, munter über neuseeländische Politik debattiert wird. Wer will kann dann auch ohne Probleme auf einer Rotunde oberhalb den Diskussionen lauschen – in Deutschland ist das, glaube ich, nicht möglich,

Angebracht ist jetzt vielleicht wirklich mal ein kleiner Lehrgang über neuseeländische Politik.

Neuseeland ist formal immer noch eine parlamentarische Monarchie mit der englischen „Queen“ als Staatsoberhaupt, auch wenn die Rufe nach einer Republik und der Lossagung vom „Commonwealth“ zunehmen. Ministerpräsident ist im Moment John Key, der den „Nationaldemokraten“ angehört. Die haben die meisten Sitze im Parlament, allerdings nicht ganz die absolute Mehrheit. Das Parlament hat momentan 122 Sitze, normal sind eigentlich 120.

Grund ist, dass sich das neuseeländische System am deutschen orientiert – also gibt es auch „Überhangmandate“. Trotz der 5%-Regelung sitzen aber ganze 7 Parteien im Parlament, hauptsächlich dann durch Direktmandate und darauf aufbauender prozentualer Verteilung (schaut euch das deutsche Wahlrecht halt an :D). Gegenspieler der „Nationaldemokraten“ ist (natürlich) die „Labour“-Partei, die beiden Parteien stellten bisher die Ministerpräsidenten (wie CDU und SPD).

Der Maori-Partei wird eine bestimmte Anzahl an Sitzen garantiert, wie genau das abläuft, weiß ich aber nicht. Mit deren Unterstützung regiert John Key aber grade, allerdings nicht in einer Koalation, sondern als Minderheitsregierung mit deren Billigung und der einer anderen Partei.

So habe ich das ungefähr von unserer Führerin aufgegriffen, ich hafte nicht für Fehler (das Vergleichsbeispiel Deutschland brachte aber der Guide (Führerin mag manch einer vielleicht wieder falsch verstehen…)).

 

War auf jeden Fall sehr interessant dort, ich habe jetzt auch nicht alles beleuchtet 😉

Der Tag endete dann, indem ich zu meinem Hostel etwas außerhalb von Wellington, in Plimmerton, fuhr. Das war direkt am Strand in einer Bucht gelegen, von der aus man sogar die Südinsel sehen konnte. Ich bin dann sogar noch fix ins Wasser gehüpft, ebenso schnell aber wieder verschwunden, da ein kalter Wind aufgekommen war. Am Abend gab es dann noch einen wundervollen Sonnenuntergang zu bestaunen, der die Konturen der Südinsel noch deutlich deutlicher werden ließ.

Den späten Abend habe ich mir dann in meinem Zimmer, dass ich mir mit 2 Deutschen teilte, noch mit einen Film versüßt, habe nämlich schon eine kleine Bibliothek jetzt auf der Festplatte und nach dem Mid Year Camp dürfte die noch deutlich größer sein.

 

Der nächste Tag sah dann, wen wundert es, ein spätes Aufstehen meinerseits. Bin dann wieder nach Wellington hineingefahren, zuerst wieder die Hügel hinauf, ich wollte nämlich eigentlich zum Mt Victoria Lookout. Den habe ich natürlich nicht gefunden, aber immerhin hatte ich bei einem Kriegsdenkmal ebenfalls einen exzellenten Blick auf Stadt, Bucht und mehr.

Dann ging es wieder nach Miramar, diesmal wusste ich, wo ich hin musste.

Hinein ging es nämlich in die „Weta Cave“. Das ist ein kostenfreies Mini-Museum des angeschlossenen „Weta Workshops“, Nun, was ist der „Weta Workshop“?

Ursprünglich ein Kostümhersteller für Filme, könnte man sagen, mittlerweile aber auch hoch angesehen für digitale Spezialeffekte. So wurden alle Spezialeffekte und sämtliche Kreaturen (von Gollum zu Baumbart, von Warg zu Olifant, von Ork zu Elb) von „Weta Workshop“ erschaffen, ob nun künstlich oder durch Kostüme, Make-Up und Co.

Aber nicht nur die „Herr-der-Ringe“-Trilogie kann der Workshop sein (Mit)-Werk nennen, sondern auch neuere Filme wie „King Kong“, die „Narnia“-Reihe , „Avatar“ und viele andere.

In dem kleinen Museum gab es eine übermannsgroße Orkfigur zu bestaunen (der, der Boromir erschoss, und von Aragorn enthauptet wurde…) und sämtliche Miniaturfiguren von „Herr-der-Ringe“. Der Workshop stellt nämlich auch die Merchandising-Artikel her. Falls ihr also eine Hdr-Figur irgendwo habt, könnte die von Weta stammen.

Gab natürlich auch noch ein paar Utensilien anderer Filme und eine täuschend echt aussehende Statue meines Freundes Gollum, mit dem ich mich gleich auf ein paar Fotos verewigt habe.

Ein sehr interessanter halbstündiger Film über die Arbeit des „Weta Workshop“ und seine Produktionen schloss den Aufenthalt dort dann ab.

Weiter ging es dann wieder ins Te Papa – ich wollte nämlich die beiden Simulatoren noch testen.

Der eine simuliert eine U-Bootfahrt zu einem Unterwasservulkan ein paar Hundert Meilen von Neuseeland entfernt, nichts sonderlich Besonderes.

Der andere hatte es jedoch in sich: der „High Ride“ genannte Simulator bot ein Erlebnis vergleichbar einer Achterbahnfahrt.Thema des Films war quasi „Sportarten in Neuseeland“, die man aus allen möglichen Perspektiven erlebt hat und dabei ordentlich durchgeschüttelt wurde.

So sah man z.B ein Rugbymatch aus der Perspektive des Balls – und ihr könnt Euch denken, dass man ordentlich durchgeschüttelt wurde, als alle auf den Ball drauf sprangen 😉

Ansonsten sieht man sich Motorrad fahren, Segelflugzeug fliegen, Ski fahren oder was auch immer, bloß baut man immer einen Crash, wo man ordentlich durchgeschüttelt wird.

Schade, dass es nicht 3D war 😀

Habe dann auch noch die Geologie-Ausstellung entdeckt, die mir am Vortag entgangen war und den dortigen Erdbeben-Simulator ausprobiert, sowie die restlichen Austellungen, insbesondere über Kunst und Töpferei angeschaut.

Den Rest des Nachmittages bin ich dann noch durch die Stadt marschiert und habe mir sämtliche Straßen im CBD angeguckt (mehr oder minder), bis ich letztlich noch am Westpac-Stadium landete, durchaus imposant, aber in Vergleich zu deutschen Fußball-Stadien nichts Besonderes.

Der Tag klang dann in Plimmerton nicht groß anders aus als am Vorabend.

 

Man merkt, ich habe doch jetzt am Ende ziemlich abgekürzt, doch hinke ich ja auch etwas hinterher.

Mittlerweile bin ich schon wieder in Tauranga – berichten muss ich noch über die Kapiti Coast, Wanganui,Tongariro, Taranaki und mein heutiger Aufenthalt im Auenland & Hobbingen (hab nämlich das Filmset besucht ;)).

Das heißt ich habe in Auckland dann noch ein wenig zu tun – aber habe mich doch ganz gut gehalten bisher….

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Sitze grade im alles in eins integrierten Museum, Besucherzentrum, Restaurants, Cafes, Shop und Bibliothek in New Plymouth, Puke Ariki genannt. New Plymouth ist echt eine tolle Stadt, da gibts noch viel drueber zu berichten…

Mach ich dann, wenn ich wieder Internet habe…

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Wellington bleibt nach wie vor außen vor, ich berichte Euch besser über meinen heutigen Tag. Eigentlich sollt ich ihn besser verschweigen, ich habe nämlich ziemlich viele ziemlich falsche Entscheidungen getroffen. Um es kurz zu machen: ich habe das Tongariro Crossing nicht beendet. Nur ca. 1/3 davon gemacht, dafür aber den Mt Ngauraheo bestiegen und einen sehr ungemütlichen Abstieg erlebt.

Aber alles der Reihe nach: los ging es für mich mit dem Aufstehen um 7 Uhr, um 8 kam nämlich schon der Shuttlebus vorgefahren, der mich zum Start (oder Ziel; für fast alle aber Start) brachte, ca. 20km entfernt von meinem Aufenthaltsort. Ich fragte noch, ob es möglich sei, sowohl das Tongariro Crossing als auch den Mt Ngauraheo zu machen innerhalb von 8 Stunden – um 16.30 hätte mich nämlich der Shuttlebus am Zielpunkt abgeholt.

Für sehr fitte Personen sei das wohl möglich, und zu denen habe ich mich natürlich gezählt. Man braucht ja auch weder Muskeln noch Kondition zum Wandern, sondern eher einen starken Willen. Eigentlich muss man laut Schildern aber bereits 7-8 Stunden für das Crossing zählen, und der Ngaurehoe-Trip sind zusätzliche 3 Stunden, wenn man es denn richtig macht.

Es ging jedenfalls dann um 8.30 los, zusammen mit ziemlich vielen andern Wanderern, darunter sogar Familien mit kleineren Kindern. Aufgrund meiner langen Beine und meiner recht hohen Schrittfrequenz habe ich die alle, nachdem ich etwas später startete, relativ schnell wieder hinter mir gelassen.

Es ging erst noch über die Ebene, bis es dann irgendwann sachte anstieg. Nach einer Stunde merkte ich schon, dass mein pochendes Herz meine Ausdauer zum Ende brachte. Aber dadurch warm geworden und ausgeruht durch eine Pause konnte ich dann den schon etwas schwierigeren Abschnitt des Tracks angehen. Der wird „Devils Staircase“ (Treppe des Teufels) genannt, und tatsächlich sind es etliche Treppenstufen und ingesamt über 200 Höhenmeter. Ich habe immer noch weitere Wanderer überholt, und stand dann auch bereits nach 1 1/2 Stunden an der „Wegscheide“. Laut Schildern braucht man normalerweise 2 1/2 Stunden dort hin. „Wegscheide“ bedeutet, hier geht die Abzweigung zum Mt Ngaurahoe, dem Schicksalsberg, hoch.

Da ich ja ziemlich schnell war und mich noch einigermaßen fit fühlte, achte ich ernsthaft drüber nach, den Berg zu besteigen. Dazu war das Wetter noch einigermaßen gut und recht viele andere wollten es auch versuchen.

Dort, nach 6,4 Kilometern, war ich bereits am Ende meines „Tongariro Crossings“ angekommen. Daran habe ich zu diesen Zeitpunkt noch nicht gedacht, sondern voller Zuversicht den Vulkan in Angriff genommen, immerhin 600 zusätzliche Höhenmeter! Habe mich gestern nämlich vertan, der Vulkan ist knapp 2300m hoch!

Erst war der Aufstieg noch recht leicht, aber bald begann der Boden nur noch aus äußerst rutschigem Kies und schwarzer Vulkanasche zu bestehen, was den Aufstieg extrem langwierig und anstrengend machte. Nicht nur einmal rutschte ich aus und fiel hin, die Hände auf die spitzen Steine.

Der Aufstieg zum Schicksalsberg ist darüber hinaus nicht markiert, es gibt keine einzige Route, sondern man muss sich selbst seinen Weg hinaufbahnen. Ich war aber zumindest halbwegs richtig, weil ich überholt wurde und andere mir folgten – und die Absteiger nur 10m von mir den Berg herunterrutschten, dazu später mehr. Einmal kam die laute Warnung „Rock“ – und tatsächlich kam ein Stein von etwa einen halben Meter Durchmesser angeschossen und verfehlte mich nur um knapp 10 Meter. Kleinere Steine rutschen eh öfters mal hinab. Der Aufstieg wurde immer anstrengender und anstrengender – ich weiß jetzt genau, wie sich Frodo und Sam gefühlt haben müssen, als sie hinaufgestiegen sind. Als ich noch vielleicht 400 Höhenmeter vor mir hatte, machte ich alle 5 Minuten eine kleine Pause, die letzten 200 Höhenmeter alle 3 Minuten und die letzten 100 Meter fast jede Minute eine kleine Pause. Es war so anstrengend, das könnt ihr Euch nicht vorstellen. Nicht wirklich für Herz und Lunge, die waren mittlerweile auf Betriebstemperatur. Die Beine waren zwar schon schwer, aber noch voll funktionstüchtig. Und mein Wille hat jeden Gedanken an Rückkehr sofort zurückgewiesen.

Das Schwierige ist, wie schon gesagt, dieser extrem rutschige Untergrund, wo man oft auf allen Vieren krabbeln muss oder zumindest extrem gebückt, dazu sich ständig an oft losen Felsen festhalten usw.

Am Anfang war ich noch oft mitten in Wolken und konnte nur 10m sehen, je weiter ich hochkam, desto mehr hat es aber aufgeklart. Hatte irgendwann dann schon einen großartigen Blick ins Tal und den Weg, den ich schon zurückgelegt habe. Und aud diejenigen, die bereits oben waren und wieder runter mussten. Der rutschige Untergrund macht das, je nachdem, wie mans nimmt, ziemlich leicht oder ziemlich schwer. Die meisten fuhren, fast wie auf Skiern, den Geröllabhang hinab, natürlich langsam, aber effektiv. Manch einer kam mir auch entgegen und hielt sich an die Felsen.Einer kam mir von oben entgegen und meinte, er sei grade vor 3 Minuten oben gestartet. Tja, schade, ich brauchte noch über eine Stunde hoch…

Irgendwann war ich dann auch tatsächlich oben, nach etwas mehr als 2 Stunden, aber noch im Zeitrahmen, da der Abstieg ja eigentlich recht schnell gehen kann. Bin dann einmal um den Krater gelaufen (leider nur fast) und habe unzählige Fotos davon gemacht, genauso wie von der ganzen umgebenden Landschaft, die teilweise in den Wolken lag, teilweise aber frei lag. So konnte ich immerhin ein wenig vom Lake Taupo im Norden sehen, und im Westen bis zum Mt Taranaki blicken, einen noch größeren Vulkan ca. 100km entfernt, zu dem ich mich in den nächsten Tagen noch begeben werde. Allerdings nicht besteigen – man kann ihn ohne Klettererfahrung besteigen, ist aber unklug, hat die höchste Todesrate von neuseeländischen Bergen deshalb. Werde wenn es Zeit ist, dann noch etwas mehr Wissenswertes drüber schreiben. Den Ring ins Feuer geworfen habe ich aber nicht – weder Ring noch Feuer vorhanden. Und es wäre ja Umweltverschmutzung gewesen – zumal sämtlicher Müll im dortigen Nationalpark (es ist nämlich alles Nationalpark) ohnehin geahndet wird.

Der Ngauraheo-Vulkan ist an sich eher unspektakulär. Wer schon mal in den Krater des Vesuvs schauen durfte, weiß was ich meine. Es ging ein wenig hinab, aber weder hinausquellende Dämpfe, Magma oder seismische Aktivitäten. Aus kleineren Nebengipfeln stieg aber regelmässig Rauch auf, so ist nicht. Lag sogar noch ein bisschen Schnee in der Umgebung, berürt habe ich ihn jedoch nicht, weil er zu weit außerhalb war.

Irgendwann wollte ich dann den Berg natürlich auch wieder hinabsteigen – es war mittlerweile fast 12 Uhr und ich wollte ja noch das Crossing beenden. Also habe ich mich an den Abstieg gemacht – und eine folgenschwere Fehlentscheidung getroffen. Ich dachte, ich wär einmal um den Krater herum, war ich aber nicht, nur fast. Weil es ganz gut aussah und der Boden dem ähnelte, wo ich all die Leute runterrutschen sah, schlug auch ich diesen Weg ein. Das habe ich bitter bereut! War ja auch nicht der richtige. Wie gesagt, nirgendswo eine Markierung, insofern nicht so einfach den richtigen Abstieg wiederzufinden. Es ging also runter, und es wurde gleich ziemlich rutschig. Fast zu steil, um sicher mit beiden Füßen runterzurutschen. Ich setzte mich also hin und fuhr wie beim Schlitten fahren den Hang hinunter. Allerdings extrem langsam – und es war extrem schmerzhaft, wenn mein Hinterteil über al die kleinen und großen, harten und spitzen Steine hinwegglitt. Es ist also, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Hose gegangen.

Irgendwann habe ich dann auch bemerkt, dass ich falsch war und eine weitere Fehlentscheidung getroffen. Zurück konnte und wollte ich eh nicht mehr, das hätte viel zu viel Zeit und Kraft gekostet. Doch statt mich rechts zu halten, bin ich immer weiter nach links, also in die falsche Richtung, abgedriftet. Unten(500m tiefer) war nämlich der Weg, auf den ich wieder zusteuerte., allerdings der Weg, der noch garnicht die „Devils Staircase“ hochging bzw. grade das erste Stück. Daran dachte ich aber natürlich nicht.

Immer weiter ging es also nach unten, mal schmerzhaft auf dem Hinterteil, mal auf beiden Füßen, wo ich auch nicht nur einmal wieder hingeplumpst bin. Nach einiger Zeit hatte ich nicht nur Blutungen an den Händen und Fingern und ein mittlerweile ziemlich mitgenommens, gezerrtes, kaum bewegbares linkes Bein,sondern auch eine total zerfetzte Hose. Eigene Blödheit – aber was hätte ich machen sollen? Auf dem Berg verhungern oder erfrieren wollte ich nicht.

Ich war wirklich richtig froh den Weg wieder zu erreichen, Angst hatte ich nicht wirklich – das ich das Tongariro Crossing abblasen könne wurde mir bald aber ziemlich deutlich. Ingesamt hat der Abstieg nämlich nicht die veranschlagte halbe Stunde, sondern knappe 4 Stunden gedauert. Völlig allein den einsamen, rutschigen Abhang hinab. Zwischendurch musste ich auch mal über Felder mit größerem Geröll steigen zur Abwechslung, oder hatte auch mal so etwas wie einen angenehmeren Pfad. Bin aber immer weiter nach links abgedriftet und konnte schon bald den Weg garnicht mehr sehen. Dann habe ich mich versucht rechts zu halten, und kam irgendwann auch auf den Weg an, allerdings gut 3km und 200 Höhenmeter tiefer von der Stelle, wo ich gestartet war – und wohin ich auch eigentlich zurückkehren wollte.Jetzt dort nochmal hochzusteigen und das Crossing zu beginnen. wäre wohl eine weitere, ziemlich tragishe Fehlentscheidung gewesen. Hätte nämlich bestimmt nochmal 5 Stunden gedauert.

Ud es war schon 15.30 und den Shuttle am Ende hätte ich natürlich verpasst. Da stellte sich natürlich auch die Frage, wie ich vom Start wieder wegkommen sollte. Hitchhiken bzw. Trampen auf Deutsch wollte ich nur sehr ungern, ganz zu schweigen das uns das verboten ist 😉

Habe mich aber bei dem Shuttle gemeldet, dass ich ihn am Ende verpasse, und wurde freundlicherweise ohne Zusatzkosten am Start abgeholt (der Shuttle war von meinem Backpackers).

Das war also das Tongariro Crossing – das gescheiterte! Aber immerhin habe ich ja den Schicksalsberg, Mount Doom alias Mt Ngaurahoe bezwungen und das ganze überlebt. Das Crossing an sich werde ich möglicherweise – ohne Abstecher zum Vlkan hoch, noch einmal angehen. Die wirklich tollen Stellen habe ich nämlich verpasst – verfärbte Seen, dampfende Krater und so weiter. Ich war nämlich schon an der höchsten Stelle des Crossings angekommen, als ich den Mt Ngaurahoe besteigen wollte – von dort ging es nur noch diese Hochebene entlang bzw. wieder runter. So anstrengend ist das also nicht. Laut meinem Abholfahrer ist es auch noch bis Ende April möglich – oder sogar später, solange noch kein Schnee liegt. Ich möchte also nicht ausschließen, es noch zu machen, dann vollständig…

Aber die Geschichte ist noch nicht zuende, ich möchte Euch alle meine Mißgeschicke offenbaren. Als ich nach etwas Warten nämlich abgeholt wurde, habe ich natürlich meinen Rucksack gegriffen und bin ins Auto gestiegen. Bloß waren auf diesem Kamera und Sonnenbrille positoniert und fielen runter. Und ich merkte es natürlich nicht und kam erst drauf, als wir nach knapp einer halben Stunde kurz vor Natinal Park Village (ja, so heisst das) waren. Habe mir dann rasant eine neue Hose angezogen (die Wanderhose wird eingerahmt und als mahnende Lehre irgendwo hingehängt, wenn man sie nicht flicken kann…) und bin noch rasanter wieder zum Ausgangspunkt des Crossings gerast. Mir kamen einige Autos entgegen, doch die Sonnenbrille und Kamera hatte – nach gut einer Stunde am Straßenrand, zum Glück noch keiner gesehen bzw. mitgenommen. Das wär auch richtig bitter gewesen, dann könnte ich Euch nämlich nicht die vielen, tollen Fotos zeigen, die ich gemacht habe, wenn auch nicht soviele und tolle wie gehofft. Aber vielleicht noch ein anderes mal.

So, machen wir jetzt langsam Schluss. Morgen geht es erst nördlich nach Taumaranui und dann über die „Forgotten World Highway“ südwestlich an die Küste zurück, wo ich dann den „Surf Highway“ bis nach New Plymouth fahren werde. Das Meer, wo es entlang geht, ist nämlih prädestiniert für Surfer, daher der Name. Dort werde ich dann auch schon die ganze Zeit einen schönen Blick auf schon erwähnten Mt Taranaki (oder auch Mt Egmont genannt) haben und viele andere tolle Sachen sehen. Bloß noch die Nacht mit den komischen Deutschen in meinen Zimmern überstehen – ich weiß echt nicht, wie ich es nach Heimkehr in Deutschland noch aushalten soll…

Mir geht es jedenfalls wieder bestens, macht Euch keine Sorgen (und werdet nicht übel…),  ich pass auf mich auf.Das ganze klingt zwar gefährlich, war es zugegeben auch, aber es war ja nur Donnerstag, der 13te ,und nicht Freitag.

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So ist das, wenn man alleine ist und ein Auto hat. Ganz spontan habe ich meine Route deutlich verlängert und vollkommen verändert.

Was ich alles gemacht habe, wird noch nachgereicht, jetzt bin ich jedenfalls in National Park (Village), am Fuße des Mt Ruapehu direkt zwischen dem Tongariro und Whanganui Nationalpark gelegen.

Morgen werde ich das Tongariro Crossing machen, weshalb ich gleich schon schlafen gehe, um morgen früh (um 8 gehts los) einigermaßen fit zu sein.

Ich hatte darüber bereits geschrieben, als ich in Taupo war, aber es ist eines der schönsten Tageswanderungen der Welt, wenn auch konditionell recht anspruchsvoll. Ich hoffe, ich halte durch! Sind zwar „nur“ 17km, dafür aber etliche Höhenmeter, und noch etliche Höhenmeter mehr, wenn ich mich entschließe noch einen der Vulkane zu besteigen.

Bei einem werde ich auch den Aufstieg wagen, dem Mt Ngauraheo, den ihr sicher alle schon einmal gesehen habt. Er dient nämlich in der HdR-Trilogie als Mount Doom (der Schicksalsberg, wo der Ring ins Feuer geworfen wird).

Ich habe leider keinen machtvollen Ring, den ich wegschmeissen kann, aber vielleicht landet eine Schneekugel im Krater. Im neuseeländischen Hochsommer noch Schnee zu fühlen, das wird sicher cool. Die Aussicht wird, sofern die Wolken nicht allzu tief hängen, eh unglaublich.

Die drei Vulkane dort, Mt Ruapehu (2612m), Mt Ngaurahoe und Mt Tongariro  (beide ca. 1700m) sind übrigens immer noch teilweise aktiv. Der Ruapehu ist grade 2007 das letzte Mal richtig stark ausgebrochen, hoffentlich tut er das nicht morgen 😉

Vorwiegend geht der Track aber durch eine trostlose Geröll-Landschaft, unterbrochen von Kraterseen mit erstaunlichen Farben. Die ganze Gegend dort diente übrigens auch als Filmkulisse für „Mordor“.

Falls ihr also nicht auf meine Bilder warten könnt, schaut Euch einfach den dritten Teil von HdR an, dann seht ihr, durch welche Landschaften ich mich bewege.

Ein zurück gibt es jetzt auch nicht mehr. Ich musste mir vernünftige Wanderschuhe und eine warme Jacke ausleihen (meine wurden ja geklaut), habe schon Proviant für einen Tag besorgt und den Shuttle-Bus gebucht und bezahlt, der mich zum Anfang des Tracks bringen wird und mich am Ende, sofern ich nach 8 Stunden Zeit dort auch ankomme, abholen. Der Track macht nämlich keine Schleife, sondern endet sozusagen auf der anderen Seite der Hochebene, ich kann also nicht mit dem Auto fahren, wenn ich nicht den ganzen Weg wieder zurückgehen wolle (diese Zumutung nimmt wohl niemand auf sich).

Ich werde Euch dann berichten, wie es war – sofern ich denn wieder heil hier ankomme. Bin zwar nun gut ausgerüstet, doch um meine Kondition mache ich mir ein wenig Sorgen. Drückt mir die Daumen, betet für tolles Wetter morgen (bei mir) und hofft auf meinen nächsten Blog-Eintrag!

 

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Ok, ich möchte Euch nicht allzu lange auf die Folter spannen:

am Morgen des Sonntags verließ ich Hastings nach Süden. Wie man dem vorherigen Bericht entnehmen kann, wollte ich eigentlich direkt nach Wellington fahren. Zwei Zwischenstopps hatte ich aber fest eingeplant:

der erste war in der südlichen Hawkes Bay Region im Landesinneren, den ich aufgrund guter Beschilderung auch gleich gefunden habe. Auf diesen Schildern wurde der Name übrigens abgekürzt, nämlich so „longest place name of the world“. Das ist auch schon lange, aber nicht so lange wie der Name, den ihr mir auswendig vorsagen müsst, wenn ich wieder in Deutschland bin!

Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronu-kupokaiwhenuakitanatahu

Das heisst laut Wikipedia übersetzt soviel wie:„Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte“.

Es ist übrigens ein Hügel, lediglich 305m hoch, und  eigentlich auch nur zweitlängster Name der Welt, im längsten Ortsnamen der Welt residiert nämlich (weiß garnicht, ob der das weiß ;)) mein ehemaliger Mitschüler Jonathan (Bangkok=Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit).

Vor dem Hügel steht dann ein sehr fotogenes Schild, wo der Name in ganzer Länge zu lesen ist. Diverse Beweisfotos werden das in Kürze (wenn ich i Auckland bin) untermauern.

Danach ging es dann weiter nach Süden, erst noch ungeplant an einem abgelegenen Strand an der Ostküste (Herbertville). War den Abstecher wert, es war nämlich eine sehr komische Lagune, wo am Strand Massen von Schaum angespült waren, den ich erst für Sand hielt – war bloß komisch, dass der Sand so geschaukelt hat. Auch hier werden wohl Bilder die beste Erklärung liefern können, genauso wie für die vielen anderen Ziele, darunter das nächste. Bin nämlich falsch gefahren und fand mich auf irgendwelchen abgelegenen Schotterpisten wieder, die durch das Nichts führen. Die Wairarapa-Region im Südosten der Nordinsel ist nämlich äußerst dünn besiedelt. Sehr hügeliges Land, wo es vor allem Farmen und ein paar kleine Dörfer gibt. Manche so klein, dass sie meist nur aus einer Schule und vermutlich den Häusern der Lehrer bestehen – zugehörig fühlen sich dann noch ein paar Farmen im weiteren Umkreis (Bildung ist hier für jeden in Neuseeland – der Schulbus fährt auch überall hin, egal wie abgelegen).

Über die Schotterstraßen kam ich jedoch noch zu den Waihi Falls, einem Wasserfall. Nichts sonderlich Besonderes, habe mittlerweile schon soviele Wasserfälle gesehen. Dort war ich aber nicht etwa alleine, sondern eine große Motorrad-Clique hatte wohl ihren Sonntagsausuflug dorthin gemacht 😉

Weiter ging es dann nach Süden, ich entschloss mich noch nach Castlepoint zu fahren. Das ist ein kleiner Ort an der fast garnicht besiedelten Südostküste, wo vor allem vermögende Wellingtonianer ihr Wochenende oder Ferien verbringen. Dabei hätte der Ort auch durchaus touristisches Potential, wenngleich er natürlich abgelegen ist (60km von Masterton, größerer Ort auf der SH2). Einerseits gibt es nämlich die geschützte Bucht, wo man sicher gut schwimmen kann, andererseits gibt es tobenden Ozean mit meterhohen Wellen. Die Bucht ist nämlich zu der einen Seite von einem schmalen Felsen begrenzt. wo oben auch ein Leuchtturm thront. Dort bin später auch hinaufgestiegen und habe die Sicht (und den Wind) genossen. Der Felsen setzt setzt sich in geringerer Höhe landwärts fort, auf der einen Seite derwogende Pazifik, der seit Südamerikas Küste bis dort kein Hindernis mehr hatte, auf der anderen eine nicht allzu große Wattfläche bis letztlich zum Strand. Obwohl die Felsen immernoch etwa 3-4m hoch waren, sind die Wellen teilweise so hoch gewesen, dass sie rübergeschwappt sind und ein Teil des Watts sich auch bei Ebbe mit Wasser gefüllt hat. Ein kleines bisschen weiter ragt dann noch ein über 150m hoher alleinstehender Felsen in den Himmel – perfektes Panorama dort. Ihr könnt nur auf die Fotos hoffen, dann wisst ihr, was ich meine…

Danach sollte es dann zum zweiten, vorher schon feststehenden Ziel meiner Route gehen – Cape Palliser. Bloß war es mittlerweile schon knapp 17 Uhr.

Egal, dachte ich mir, und fuhr noch über 2 Stunden nach Süden. Zuerst über besagtes Masterton, einzige wirkliche Stadt im Wairarapa-Gebiet (wo man allerdings nicht viel machen kann), dann bis nach Martinborough, das von Weinanbau dominiert wird. Dort hatte ich schon vorher nach Unterkünften geschaut, falls ich nicht nach Wellington kommen sollte. Bis auf einen etwas überteuerten Backpackers gibt es aber nur noch teurere Unterkünfte. Habe mich also, mittlerweile 18.30 Uhr, nicht darum gesorgt und bin weiter nach Cape Palliser gefahren. Vielleicht ahnt ihr es schon, Cape Palliser ist der südlichste Punkt der Nordinsel – und hat natürlich wieder einen Leuchtturm.

Der letzte Teil der Strecke ist sehr shön, direkt am Wasser entlang geht es zum Cape. Vorher jedoch noch zu den Putangirua Pinnacles, die am Weg lagen. Dort war auch ein bereits gut besuchter DoC-Campingplatz, der mich zum ersten Mal darauf verwies, dass ich ja notfalls im Auto schlafen könnte…

Die Pinnacles erforderten dann noch einen kleinen Marsch. Ich bin vom eigentlichen Weg (versehentlich) abgewichen und ein steiniges Flussbett hochspaziert (zum Glück kam keine Flutwelle) und hatte dann auch einen guten Blick auf die Pinnacles. Das sind einfach relativ viele nadelförmige Felsformationen auf einen Fleck, entstanden durch Erosion und so weiter.

Mittlerweile fast 20 Uhr ging es dann noch die letzten 10km zum Cape Palliser, das letzte Stück über Schotterstraße keinen Meter vom Meer entfernt. Dort angekommen war ich auch der Einzige und bestieg noch die Treppe zum Leuchtturm – 300 Stufen auf einer vielleicht 20m langen Treppe. Also sehr steil, aber war cool. Von dort oben konnte man dan die Steilküste bewundern, die stürmische Cook Strait und darauf fahrende riesige Schiffe am Horizont. Die Südinsel kann man von dort übrigens nicht sehen – das liegt daran, dass da Cape zu weit östlich ist (von Wellington und auch hier kann man Teile sehen).

Irgendwann ging es dann zurück und ich machte mir so langsam wirklich Sorgen, wo ich übernachten sollte. Unglücklicherweise hatte ich dort keinen Handy-Empfang, sodass ich auch nirgendwo anrufen konnte.Die Idee, auf dem DoC-Platz zu übernachten, verwarf ich erstmal und fuhr noch weiter bis nach Martinborough. Dort angekommen, mittlerweile 21 Uhr, wurde es dann düster und düsterer. Und wer sich erinnert – ich habe keine normale Brille mehr, die ich ja eigentlich zum Auto fahren benötige (Sonnenbrille geht nicht wirklich bei Nacht). Dort habe ich dann meine jetzige Unterkunft hier n Plimmerton angerufen – aber auch die waren schon voll. Mit nach 23 Uhr wär ich aber wohl eh etwas spät gewesen.

Ich bin danach also erst ohne rechte Idee durch Martinborough gefahren und habe Unterkunft gesucht, aber nichts passendes gesehen, bis ich eine Infotafel fand. Der einzige Backpackers war allerdings eben schon voll – und der Holiday Park regierte etwas ungehalten auf meinen späten Unterkunftswunsch (hab den Manager wohl wachgeklingelt) Dabei war es doch gerade erst 21 Uhr – in meiner Schulzeit habe ich noch lange nicht die Hausaufgaben angefangen dort :D.

Nun jedenfalls, ich hatte keine Unterkunft, im teuren  Hotel muss ich mich nun wirklich nicht einquartieren, also beschloss ich eine Nacht im Auto zu verbringen. Das ist an sich ja nichts Besonderes – die meisten anderen Freiwilligen machen das dauernd. Problem aber ist einerseits, dass ich mich alleine etwas unwohl dabei fühle. Andererseits ist mein Auto zu klein, um in vernünftiger Position zu schlafen und durch den Diebstahl habe ich auch weder Schlafsack noch andere wirklich warme Sachen. Denn das hier Sommer ist soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in den meisten Nächten echt ziemlich kalt wird.

Um zumindest im Warmen einzuschlafen versuchen, fuhr ich erst einmal aus Martinborough heraus, stellte die Heizung im Suto auf Hochturen und versuchte in der Dunkelheit noch ein paar mehr Kilometer nach Wellington zu schaffen. Langsam, da ja mit nicht allzu guter Sicht, kroch ich über die einsamen Straßen und suchte mir, als es irgendwann dann zu warm wurde, einen Platz, wo ich das Auto abstellen konnte. Das war in einer noch einsameren Schotterstraße, wo ich nur umgeben von Kuh- und Schafweiden war. Ich probierte also zu Schlafen, was mehr oder minder irgendwann gelang. Quer im Wagen, die Füsse auf dem Beifahrersitz, den Kopf auf Fahrerseite an der Scheibe, als Kissen diente ein Pullover (immerhin habe ich meine Sachen alle gewaschen, als ich in Tokomaru Bay war). Geweckt wurde  ich zwischendurch, als ein langer Laster die Schotterpite vorbeigebraust ist. Da habe ich dann auch gemerkt, dass ich meinen Sitz ja verstellen kann, fast wie eine Liege runterklappen. Habe ich dann auch gemacht – und siehe da, gleich ist es viel angenehmer.

Um ca. 2 Uhr nachts wurde es dann aber langsam ziemlich kalt im Wagen, obwohl ich mittlerweile lange Hose und Pullover übergezogen hatte. Ich entschloss mich also, weitere Kilometer nach Wellington zu fahren und das Auto wieder aufzuwärmen. Den nächsten Stopp hatte ich dann am Rand einer kurvigen Hauptstraße, mitten in den Hügeln vor Wellington. Mit meiner neuen Schlafposition war es dann etwas besser, trotzdem bin ich um 5 Uhr morgens wieder aufgewacht, wo es ja auch langsam schon wieder Richtung Sonnenaufgang geht. Es war noch relativ dunkel, aber hell genug um mit Sonnenbrille weiter zu fahren, schnell genug um den schon recht dichten Verkehr nicht aufzuhalten (was ich in der Nacht ohne Brille sicher gemacht hätte). Ich fuhr also weiter Richtung Wellington, zuerst noch durch Hutt Valley. Das ist das Tal vor der Bucht von Wellington und beinhaltet u.a. die Städte Lower bzw. Upper Hutt, wo schon einige Tausend Menschen, die zum Großraum Welllington gehören (ca. 350000) , leben. Hier in der Gegend gibt es sehr, sehr viele Schauplätze, an denen HdR gedreht wurde – da mir aber ja ein Locationfinder fehlt und die nicht ausgeschildert sind, ein hoffnungsloses Unterfangen. Die Nacht im Auto übrigens hat jetzt ihren Schrecken verloren – sie war zwar kurz und unbequem, aber so spart man immerhin ein bisschen was. Ich werde nicht darauf hinarbeiten, aber wenn ich noch einmal in eine solche Lage komme, kann ich das dann ganz relaxt angehen…

Es ging erst einmal noch nicht in die eigentliche Stadt Wellington, sondern auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht am Wasser entlang, mit  schöner Sicht auf das grade das Tageslicht begrüßende Wellington.

Der Weg zur Spitze der Bucht war leider noch zu (zu früh), also zurück und nun tatsächlich nach Wellington hinein, über den mehrspurigen Motorway, den ich aber ganz gut gemeistert habe. Genauso die Fahrt durch die Innenstadt, die hohen Gebäude (wobei klein im Vergleich zu Sydney) auf mein Auto schauend. Ich sah auch, dass Parken (womit ich generell ein Problem habe :D) hier auch schwierig werden könnte.

Zuerst habe ich jedoch die Stadt hinter mir gelassen und bin durch die Vorstädte gefahren, die größtenteils auf den Hügeln hinter Wellington liegen, oft bis 400m höher als Wellington ist. Die Autos müssen sich also oft recht steile Straßen hinaufquälen. Dafür hat man von dort aber einen schönen Blick über die Hauptstadt Neuseelands – das ist Wellington nämlich!

Nicht etwa das weit größere Auckland, sondern Wellington, vor allem weil es zentraler liegt. Bevor Menschen von der Südinsel Auckland im 19. Jahrhundert erreicht haben, vergingen Wochen. Außerdem liessen sich von Wellington auch aufkeimende Unabhängigkeitsbestrebungen der Südinsel besser ersticken. Die gibt es übrigens immer noch – eine Partei, die die Unabhängigkeit der Südinsel fordert ist schon mehrmals zu Wahlen angetreten, hatte aber bisher keine Chance (also keinenRückhalt in der Bevölkerung). Tatsächlich sind die Unterschiede von Süd- zu Nordinsel aber durchaus da. Mir kommt es immernoch so vor, als ob ich jetzt in einem anderen Land bin – obwohl nur die 30km breite Cook Strait beide Inseln voneinander trennen.

Das muss nun erstmal genügen, was ich gestern und heute in Wellington erlebt habe, füllt mindestens ebenso nochmal soviel Text – da habe ich jetzt keine Lust mehr drauf – muss ja auch noch den Essay für den einen Wettbewerb fertig schreiben! 😉

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