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Archive for 11. September 2010

Ich dachte mir, es wär vielleicht ganz interessant, Euch ein paar Infos zum Verkehr hier in Neuseeland zu geben.

Erst einmal, das Auto fahren macht hier riesig Spaß. Liegt zuletzt auch nicht daran, dass ich mir einen Fm-Transmitter gekauft habe, und mich jetzt mit eigener Musik beschallen lassen kann, die Radiosender sind hier nicht so mein Geschmack. Das klappt ziemlich gut, besser als in Deutschland, finde ich.

Der spaßbringende Effekt liegt aber vor allem an der Streckenführung und Landschaft. Man darf zwar nur 100 fahren, das reicht aber auch völlig aus. Entweder fährt man auf kilometerlangen Graden, oder durch total enge Kurven, dabei den Hügel hinauf und hinab, immer und immer wieder. Die Straßen sind hier ziemlich wellig, man meint fast immer, man hebt ab. Ist fast wie Achterbahnfahren das Auto fahren hier. Nebenbei kann man noch die wunderschöne Landschaft hier beobachten, sofern der Blick nicht auf der Straße weilt, denn konzentrieren sollte man sich schon.

Es herrscht ja schließlich Linksverkehr – aber das ist das kleinste Problem für mich. Rechts vor links gilt hier trotzdem, auch wenn ein Großteil der Kreuzungen mit „Give Way“ (Vorfahrt gewähren) oder „Stop“ (selbsterklärend) geregelt ist. Ampeln habe ich noch keine gesehen, aber ich war ja auch noch in keiner größeren Stadt. Die wohl seltsamste Regel hier ist, dass wenn sich zwei Autos entgegenkommen, die beide in die gleiche Straße abbiegen wollen, derjenige mit dem längeren Weg Vorfahrt hat. Verstehe ich nicht warum, aber ok. Ansonsten ist es doch relativ gewohnt, auch wenn es hier z.B, was ich aus Deutschland nicht kenne, alle paar Kilometer extra Überholspuren gibt. Überholen ist aber auch ohne die kein Problem, ich erwähnte ja schon die kilometerlangen Graden, und der Verkehr ist darüber hinaus auch nicht allzu stark, auch wenn es sich bei meiner Hauptstraße um den State Highway 7 handelt, die von Christchurch kommend zur Westküste bzw. allgemein nach Norden führt (über Culverden).

Die Entfernungen hier sind gleichwohl gewaltig. Zum Glück ist Sprit hier billig, und mein Auto braucht uch nicht allzuviel. Ich würde schätzen, dass ich pro 500km mit umgerechnet  ca. 25 € hinkomme. Wer mir trotzdem was spenden will, ich gebe euch gerne meine Kontonummer 😛

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Ja, ich bins mal wieder. Wie man unschwer erkennen kann, bin ich der Poesie verfallen. Tatsächlich habe ich schon ein schönes Gedicht geschrieben, das wird aber erst einmal unter Verschluss bleiben, sofern sich nicht jemand daran erfreuen mag. Der Verkehr wird in diesem Eintrag übrigens gar nicht behandelt, sondern im nächsten Eintrag, der Übersichtlichkeit halber.

Heute hatte ich, wie der Titel verrät, Sehnsucht nach Meer. Die Sehnsucht reifte schon länger, schließlich bin ich auf einer Insel, und seitdem ich hier bin habe ich nur einmal das Meer gesehen (für 3 Minuten in Tauranga bei der Busfahrt nach Rotorua). Aber sehen reicht natürlich nicht, ich wollte meine eigenen Hände in das kühle Wasser des Stillen Ozeans tauchen, der mir garnicht mal so still schien. Mein frisch getankter Honda brachte mich nämlich nach Amberley Beach, ein kleines Örtchen am Meer, 55km und damit etwas mehr als eine halbe Stunde entfernt von Culverden. Mutterseelenallein war der kleine Parkplatz direkt am Strand, nicht verwunderlich bei dem bewölkten, regendrohenden Himmel.

Aus dem Auto über die kleine Düne gestiegen, sah ich ihn dann endlich in all seiner Pracht: den Pazifik, weit ausgebreitet und schier endlos. Würde ich gradeaus schwimmen, würde ich letztlich an der südchilenischen Küste ankommen, ohne ein einziges Mal Land zu sehen. Auf vorher betrachteten Bildern dachte ich, mich würde ein schwarzer Steinstrand erwarten, doch Bilder können täuschen. Es erwartete mich feinster schwarzer Vulkansand. Sieht vielleicht nicht einladend aus, ist aber besser als normaler weißer Sand.

Ich machte, nachdem ich mich mit den Wassern des Pazifiks salbte, also einen kleinen Strandspaziergang, bei dem ich Angler beobachtete, den brechenden Wellen zusah (dort kann man ganz gut surfen) und von Motorbikes erschreckt wurde, die über den Sand rasten und über die Dünen sprangen. Mein Aufenthalt währte nicht allzulange, als die ersten Regentropfen fielen, fuhr ich heim nach Culverden. An sich war es ein schönes Panorama mit lohnenden Bildern gewesen. Leider war, als ich welche knipsen wollte, die Batterie leer, ärgerlich. Aber ich werde, wenn es etwas wärmer geworden ist, nochmal dorthin zurückkehren und das nachholen. Dann vielleicht auch dort schwimmen (trotz der dortigen Haischulen im Sommer :D) und den dort wunderschön sein sollenden Sonnenuntergang beobachten.

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